Dortmunder verschickten Drogen in die ganze Welt

Festnahmen im Unionviertel

Die Polizei hat im Unionviertel einen weltweit agierenden Drogenversand zerschlagen. In einer Wohnung an der Rheinischen Straße nahmen die Ermittler zwei Männer fest - und fanden unter anderem 200 Briefe voller Ecstasy-Pillen. Dieser Fund war jedoch nur der Anfang.

DORTMUND

, 04.08.2017 / Lesedauer: 2 min
Dortmunder verschickten Drogen in die ganze Welt

Von der Polizei sichergestellte Drogen.

Nach Hinweisen von Behörden in Bayern ist der Polizei in Dortmund ein Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität gelungen. Wie jetzt erst bekannt wurde, konnten Ermittler bereits am 18. Juli 2017 im Unionviertel zwei gebürtige Niederländer festnehmen und mehrere hundert Kilogramm Drogen sicherstellen. 

Die beiden Männer sollen Amphetamine, Kokain und Ecstasy-Tabletten von Dortmund aus über das Internet vertrieben haben. Laut den Ermittlern erfolgte der Versand hauptsächlich innerhalb Deutschlands, aber auch ins angrenzende Ausland sowie außerhalb Europas. 

Ein Richter ordnete für die 20 und 34 Jahre alten Männer die Untersuchungshaft an. Am Tag der Festnahmen entdeckte die Polizei auch über 200 Briefe und sieben Pakete, die für den Versand an Kunden vorbereitet worden sind. Mehrere Kilogramm Amphetamine und über 3000 Ecstasy-Tabletten sollten auf den Vertriebsweg gehen. 

Über 20.000 Ecstasy-Tabletten, wahrscheinlich hunderte Kilo Amphetamine

Das Versand- und Produktionszentrum der professionell organisierten Drogenhändler war eine Wohnung auf der Rheinischen Straße im Unionviertel. Über 20.000 Ecstasy-Tabletten, mehrere Kilogramm Amphetamine und Grundstoffe für die Herstellung von Amphetaminen stellte die Kriminalpolizei sicher.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Tatverdächtigen in den vergangenen Wochen mehrere 100 Kilogramm an Amphetaminen verschickt haben. Amphetamin ist ein Aufputschmittel. Eine Ermittlungskommission will an Komplizen, Lieferanten und Abnehmer ran.

Versand war über das Darknet organisiert

Polizeipräsident Gregor Lange sagte am Freitag (4. 8.), dass die über das Darknet organisierte Kriminalität „erschreckend“ sei. Die professionelle Ermittlungsarbeit der Dortmunder Kriminalpolizei und die gute Kooperation mit anderen Behörden habe zu diesem Ermittlungserfolg geführt.

Laut Staatsanwalt Elmar Pleus sieht das Strafgesetzbuch beim „Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ eine bis zu zehn Jahre dauernde Haftstrafe vor. Den Wert der Drogen lässt sich nicht seriös schätzen. Vor Gericht relevant ist der Euro-Wert der Drogen ohnehin nicht; dort zählt der Wirkstoffgehalt der Drogen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt