2,5 Millionen Euro: Dortmunder Wissenschaftler erhält wichtigsten deutschen Forschungspreis

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat zehn Forscherinnen und Forscher für den Leibniz-Preis 2020 ausgewählt. Darunter ist auch ein Wissenschaftler aus Dortmund.

Dortmund

, 05.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, der als höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Deutschland gilt, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG zehn außergewöhnliche Forscher ausgewählt. Einer von ihnen ist Prof. Andrea Musacchio (55), Direktor am Dortmunder Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Physiologie. Der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Leibniz-Preis würdigt seine bahnbrechenden Arbeiten zur Erforschung der Zellteilung.

Das hat die DFG in Bonn am 5. Dezember bekannt gegeben. 114 Vorschläge waren für den renommierten Förderpreis eingereicht worden. Der Leibniz-Preis wird seit 1986 verliehen. Bislang haben 405 Nominierte die Auszeichnung erhalten, sieben von ihnen bekamen später den Nobelpreis.

Experte auf dem Gebiet der Zellteilung

Andrea Musacchio ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Zellteilung. Mit seinem Team erforscht er die Mechanismen, die einen reibungslosen Ablauf der Zellteilung garantieren. Dabei verfolgen die Wissenschaftler eine außergewöhnliche Strategie.

Sie bauen die an der Zellteilung beteiligten Komponenten im Labor nach und fügen sie zusammen. „Mein Ziel ist es, die gesamte Zellteilung künstlich im Reagenzglas ablaufen zu lassen. Nur so können wir verstehen, wie der gesamte Prozess funktioniert“, sagt Musacchio. Das Verstehen der Zellteilung ist wichtig, da Fehler bei diesem Prozess zu schwerwiegenden Entwicklungsschäden führen können. Ebenso kann eine fehlerhafte Teilung zu einer ungebremsten Vermehrung von Zellen führen und damit das Wachstum von Tumoren auslösen.

Der Zellbiologe kam 2011 aus Mailand nach Dortmund und hat diesen Schritt nie bereut. „Ich wusste, dass ich im MPI und in dieser Stadt ein Umfeld haben werde, das mir ermöglicht, meine Ziele zu verwirklichen. Die Verleihung des Leibniz-Preises bestätigt meine Entscheidung“, sagte Andrea Musacchio nach der Bekanntgabe und dankte seinem „großartigen Team, das einen maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg“ habe.

Der gebürtige Römer ist mittlerweile fest in Dortmund verwurzelt. Mit seiner Frau Roberta und seinen beiden Söhnen wohnt er in der Gartenstadt und hat sich zu einem echten BVB-Fan entwickelt.

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Musacchio hat in Rom Biologie studiert und in Heidelberg am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie promoviert. Als Postdoktorand ging er an die Harvard Medical School in Boston. 2011 kam er als Direktor der Abteilung für Mechanistische Zellbiologie ans Dortmunder MPI. Zudem ist er Honorarprofessor an der Universität Duisburg-Essen. Zuvor hat Musacchio eine Forschungsgruppe am European Institute of Oncology in Mailand geleitet.

2020 übernimmt er den Vorsitz der Biomedizinischen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Auszeichnung könnte seine Forschungsarbeit weiter beflügeln. Das hohe Preisgeld können die Träger bis zu sieben Jahre lang nach eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschung verwenden.

Verliehen werden die Leibniz-Preise 2020 am 16. März in Berlin.

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