Dortmunder Zoo bekommt ein Tier der Superlative

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Im Westen Deutschlands gibt es dieses possierliche Tier noch nicht – klein, niedlich, mit Riesenohren. Es soll schon nächstes Jahr im Zoo einziehen. Die Dortmunder Zoofreunde bereiten alles vor.

Dortmund

, 28.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuletzt hatten die Zoofreunde Dortmund vor anderthalb Jahren dem Zoo eine neue Ibis-Voliere geschenkt, in der schon eifrig Ibis- und Löffler-Küken geschlüpft sind. Nun gibt es ein neues Projekt – mit Alleinstellungsmerkmal in Nordrhein-Westfalen und hohem Niedlichkeitsfaktor.

Die Zoofreunde bauen eine Anlage für ein Tier der Superlative, auch wenn es ein ziemlich kleines Tier ist. Die Rede ist von Wüstenfüchsen, auch Fenneks genannt. Sie sind die sogenannten kleinsten Hundeartigen der Welt, etwa so groß wie ein Chihuahua oder ein Zwergspitz und sind zwischen 0,8 und 1,9 Kilogramm schwer. „Mit ihren sehr großen Ohren haben sie das größte Ohr-Körpergröße-Verhältnis“, erläutert Zoopädagoge Markus Patschke.

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„Sie treffen voll den Niedlichkeitseffekt“, sagt Margaret Glörfeld von den Zoofreunden. Weil sie so putzig aussehen, könnten die kleinen Wüstenfüchse, räumlich zwischen den Erdmännchen und den Fuchslangunsten angesiedelt, schnell Besucherlieblinge werden. Es gibt sie zwar in 14 zoologischen Einrichtungen in Deutschland, aber noch nirgendwo in NRW. Mit der Haltung von Fenneks würde sich der Dortmunder Zoo auch an einem europäischen Zuchtprogramm beteiligen.

Unter dem Dach des Giraffenhauses

„Der Bauantrag für die Anlage ist gestellt“, berichtet der Vorsitzende der Zoofreunde, Prof. Dr. Stefan Dieterle. Die rund 60 Quadratmeter große mit Naturstein verkleidete Fennekanlage soll unter dem Dach des Giraffenhauses ziehen. „Wie sind wesentlich über die Mindesthaltungsgrößen hinausgegangen. Wir wollten das Ganze auch attraktiv gestalten“, so Dieterle.

Zur Anlage im Inneren kommt im westlichen Bereich ein 36 Quadratmeter großes Außengehege einschließlich künstlich angelegtem Teich, das allerdings nur von innen durch große Fenster zu besichtigen sein wird. Der Entwurf stammt vom Bochumer Architekturbüro Kemper, Steiner & Partner, das auch für das neue Robbengehege verantwortlich zeichnet.

Der Niedlichkeits-Faktor ist hoch: So einen Wüsentfuchs soll der Dortmunder Zoo bekommen.

Der Niedlichkeits-Faktor ist hoch: So einen Wüstenfuchs soll der Dortmunder Zoo bekommen. © picture alliance/dpa

„Die neue Anlage wertet auch das Giraffenhaus auf“, sagt Prof. Dieterle. Da das Giraffenhaus im Winter auch warmer Rückzugsort für Besucher sei, habe man darauf geachtet, dass die Sitzgelegenheiten erhalten bleiben. „Nur kann man dort dann noch mehr entdecken.“

So soll sie werden: die neue Fennek-Anlage im Giraffenhaus. Der Bauantrag ist gestellt.

So soll sie werden: die neue Fennek-Anlage im Giraffenhaus. Der Bauantrag ist gestellt. © Animation Zoofreunde Dortmund

Mit 210.000 Euro veranschlagt

Das Projekt sei mit 210.000 Euro budgetiert, sagt Dieterle. „Wir versuchen auch noch Spenden einzuwerben.“ Die Genehmigung des Bauantrags gilt als Formsache, Baubeginn soll im Frühjahr sein. Der Vorsitzende der Zoofreunde: „Wir hoffen, das auch im nächsten Jahr abschließen zu können.“ Ob die Zoofreunde wie bei der Ibis-Anlage beim Außenbereich wieder selbst Hand anlegen können, ist aber fraglich in Zeiten von Corona.

Fenneks stammen aus Nordafrika, aus der Sahara-Region. Sie sind dämmerungsaktive Tiere. „Doch überall, wo ich sie in zoologischen Haltungen gesehen habe, waren sie immer präsent und haben immer gern ihr gesamtes Gehege im Blick“, erklärt Patschke. Gut für die Zoobesucher, die dann auch tagsüber etwas von den Wüstenfüchsen zu sehen bekommen. „Sie mögen eher das Weite und ziehen sich nicht so sehr zurück.“

Der Wunsch, Wüstenfüchse im Zoo zu etablieren, sei von den Tierpflegern aus dem Hufrevier gekommen, berichtet Zoopädagoge Patschke. Wie Dieterle betont auch er, dass die Fennek-Anlage als mit der Zooleitung abgestimmtes zusätzliches Projekt zum 30-Millionen schweren Masterplan 2023 für den Dortmunder Zoo verwirklicht wird.

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