Unerwarteter Todesfall im Zoo Dortmund - Tier stirbt bei Untersuchung

Tierpark

Dortmunds Zoo trauert um eine langjährige Bewohnerin. Die Tier-Dame starb unerwartet während einer tierärztlichen Untersuchung. Die Umstände ihres Todes waren offenbar dramatisch.

Dortmund

, 27.05.2021, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Besucher vor dem Gehege im Zoo Dortmund, in dem auch Toba lebte.

Besucher vor dem Gehege im Zoo Dortmund, in dem auch Toba lebte. © Oliver Schaper (Archivbild)

Der Zoo Dortmund beklagt einen überraschenden Verlust: Wie die Stadt erst jetzt mitteilte, ist das 27 Jahre alte Orang-Utan-Weibchen Toba bereits am 11. Mai gestorben.

In der Pressemitteilung lesen sich die Umstände von Tobas Tod dramatisch: „Bei einer tierärztlichen Untersuchung war es während einer Inhalationsnarkose zum plötzlichen Tod des Sumatra-Orang-Utans durch Atemstillstand und Herzkreislaufversagen gekommen. Mehr als 30 Minuten lang kämpften die Zootierärztinnen Dr. Christine Osmann und Johanna Steinecker-Quast um das Leben des Menschenaffen.“ Am Ende vergebens.

Toba mit ihrem Ziehsohn Yenko, den sie nach dem Tod seiner Mutter adoptiert hatte. Zuletzt lebten sie aber nicht mehr zusammen.

Toba mit ihrem Ziehsohn Yenko, den sie nach dem Tod seiner Mutter adoptiert hatte. Zuletzt lebten sie aber nicht mehr zusammen. © Ingo Kloppenburg

Die Affen-Dame hatte laut Stadt bereits länger gesundheitliche Probleme gehabt: „Toba litt an wiederkehrenden Atemwegsinfekten und hatte im vergangenen Jahr eine Fehlgeburt“, schreibt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Die Tierärztinnen nahmen deshalb neben dem allgemeinen Gesundheitscheck auch eine gynäkologische Untersuchung mit einem befreundeten Humangynäkologen vor und kontrollierten den Kehlsack der Primatin. Eine solche Untersuchung sei nur unter Narkose möglich gewesen.

„Vorgesehen war außerdem, Toba ein Hormonstäbchen zur Empfängnisverhütung zu implantieren, um angesichts ihres Gesundheitszustands eine weitere Trächtigkeit zu verhindern“, so Pinetzki. „Bevor dies abgeschlossen werden konnte, ereignete sich der Zwischenfall, der zum Tod des Tieres führte.“

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Der Zoo ließ Toba obduzieren, um mehr über die Hintergründe ihres Todes zu erfahren. Diese Obduktion, deren Befunde im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen erhoben wurden, verdeutlichten nach Angaben der Stadt, wie schwer der Orang-Utan erkrankt war.

Im Kehlsack des Tieres hatten sich Bakterien angesiedelt und dort zu einer massiven Entzündung geführt. Während der Narkose kam es laut Befund zur Streuung der Keime in mehrere Organe und zu einem daraus resultierendem Herzkreislaufversagen mit Flüssigkeitsansammlung in der Lunge.

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„Dieses multifaktorielle Geschehen im Sinne eines sogenannten ‚septischen Schocks‘ verlief derart rasant, dass tierärztliche Notfallmaßnahmen nicht mehr greifen konnten“, schreibt die Stadt.

Ebenfalls eine Rolle habe eine Herzkreislaufschwäche durch altersbedingte Veränderungen an den Herzklappen gespielt, die „offenbar schon länger unerkannt bestanden hatte“, so Pinetzki.

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Toba wurde am 7. Februar 1994 im Zoo Leipzig geboren und lebte seit dem 2. Februar 2006 im Zoo Dortmund, wo sie erfolgreich zwei Jungtiere aufzog und 2014 das verwaiste Orang-Utan-Jungtier Yenko adoptierte. Mit Mokko, Suma, Walter und Yenko leben im Zoo Dortmund nun noch vier Sumatra-Orang-Utans.

„Das gesamte Zoo-Team und vor allem die zuständigen Tierpfleger*innen sind sehr betroffen von Tobas überraschendem Tod“, schreibt Pinetzki.

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