Dortmunderin als IS-Terroristin verurteilt Emilie R. war nach Syrien gereist

Redakteur
Frauen stellen sich für Hilfsgüter in einem syrischen Lager an.
Frauen stellen sich für Hilfsgüter in einem syrischen Lager an. (Symbolbild) © dpa
Lesezeit

Vor acht Jahren ist Emilie R. nach Syrien gereist und hat sich dort dem „Islamischen Staat“ (IS) angeschlossen. Damals war sie noch keine 18 Jahre alt, zuletzt war die gebürtige Nürnbergerin in Dortmund gemeldet. Bei ihrer Wiedereinreise nach Deutschland ist sie Ende März dieses Jahres festgenommen worden.

Am zehnten Verhandlungstag des Prozesses gegen sie gab es am Donnerstag (8.12.) nun ein Urteil. „Der Senat hat die Angeklagte wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung in einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt“, heißt es vom Oberlandesgericht Düsseldorf.

Der Generalbundesanwalt habe eine Strafe von vier Jahren, die Verteidigung einen Freispruch oder eine zur Bewährung ausgesetzte Jugendstrafe gefordert, so die Sprecherin des Oberlandesgerichts.

Die Verhandlung und auch die Urteilsverkündung fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil die Angeklagte zu einem Teil der Tatzeit noch Jugendliche war. Auch die Gerichtssprecherin kann auf Nachfrage nicht genau sagen, weshalb ein milderes Urteil verhängt wurde als vom Generalbundesanwalt gefordert.

Ausreise direkt nach Hochzeit

Laut Anklage ist Emilie R. seit 2013 Anhängerin des Salafismus. Mit ihrem gleichgesinnten Mann sei sie einen Monat nach der Hochzeit im Sommer 2014 von Deutschland über die Türkei nach Syrien ausgereist und habe sich dort mit ihm dem IS angeschlossen.

Bei dem Mann soll es sich um den Dortmunder Lucas G. handeln, der als 19-Jähriger ausgereist sein soll. Im November 2021 wurde gemeldet, dass er damals in einem nordsyrischen Gefängnis gesessen habe.

Über Selbstmordanschlag gesprochen

Die Dortmunderin habe den Gebrauch von Schusswaffen trainiert, um „nötigenfalls“ selbst aktiv für den IS kämpfen zu können. „Gegenüber anderen Vereinigungsmitgliedern erklärte sich das Paar bereit, in Deutschland einen Selbstmordanschlag zu begehen“, so die Anklage. Das Vorhaben sei aber letztlich nicht weiterverfolgt worden. Zudem habe Emilie R. im Internet für den IS geworben.

Emilie R. bleibt weiter in Haft, auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Beide Seiten können Revision zum Bundesgerichtshof einlegen.