Dortmunderin darf ihren Sohn (6) nicht beschneiden lassen

Neues Urteil

Beschneidung verboten: Eine Dortmunderin darf ihren sechsjährigen Sohn nicht beschneiden lassen. Das hat jetzt das Oberlandesgericht Hamm entschieden. Die Mutter fürchtet, dass der unbeschnittene Junge bei Besuchen in ihrer Heimat Kenia Probleme bekommt.

DORTMUND/HAMM

25.09.2013, 12:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Beschneidung im Operationssaal.

Eine Beschneidung im Operationssaal.

Der konkrete Fall ist kompliziert: Das Kind lebt im Haushalt der 31-jährigen Mutter, die das alleinige Sorgerecht für den Jungen hat. Sie will den Jungen nach Angaben des Gerichts entsprechend den kulturellen Riten Kenias beschneiden lassen, damit er bei Besuchen in Kenia - insbesondere auch von ihrer Verwandtschaft - als vollwertiger Mann angesehen und geachtet werde. Das OLG entschied, dass im Dortmunder Fall nicht die Mutter über die Beschneidung entscheiden darf, sondern das Dortmunder Jugendamt. Grund dafür unter anderem: Weder Kind noch Mutter sind über den Eingriff und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt worden.Die Mutter darf laut Gericht auch vorläufig weiterhin keine Beschneidung veranlassen, weil Kind und Mutter ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland hätten und nur selten nach Kenia fahren. Auch sei der Junge evangelisch getauft.

Das Gericht schreibt weiterhin: "Im vorliegenden Fall gebe es gewichtige Gründe dafür, dass eine zum jetzigen Zeitpunkt durch die Kindesmutter veranlasste Beschneidung das psychische Wohl des Sechsjährigen beeinträchtige." Hinzu kommt im konkreten Fall: Die Mutter will das Kind nicht zu der Operation begleiten. 

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