Ein Rettungsring für Dortmunds Hallenbäder? Ein Gutachten hat die Bäderlandschaft unter die Lupe genommen. © Bauerfeld (A)
Meinung

Dortmunds Bäder-Gutachten bringt gar nichts – Wo bleibt der Mut?

Ein Gutachten zur Bäderlandschaft bescheinigt, dass Dortmund eher mehr als weniger Angebote bei Frei- und Hallenbädern braucht. Schön und gut, findet unser Autor, und fragt: Und nun?

Dortmunds Schwimmvereine, die sich noch im Frühjahr große Sorgen machten, können aufatmen, müssen keine Angst mehr vor Schwimmbad-Schließungen haben. Die vorhandene Wasserfläche in Dortmund soll erhalten, möglichst sogar noch vergrößert werden. Das ist die Botschaft des Gutachtens, das Grundlage für ein neues Bäderkonzept der Stadt sein soll.

Allerdings: Dieses Gutachten beschreibt nicht mehr als den aktuellen Zustand, ergänzt um ein paar kritische Anmerkungen zu Angebotslücken und um Hinweise auf einen immensen Sanierungsbedarf. Und man merkt dem Papier an, dass es in einer Art Wünsch-Dir-was-Verfahren entstanden ist: Vereine, Schulen und Sportpolitiker wurden befragt. Da wundert es nicht, dass man an Altbewährtem festhalten will.

Defizite bei Familien-Angeboten

Neue Ideen bietet das Gutachten nicht – abgesehen davon, dass es auf die Defizite in Dortmund Bäderlandschaft hinweist, wenn es um Angebote für Familien geht. In der Tat zieht es viele Familien derzeit eher in Freizeitbäder in Nachbarstädten, weil entsprechende Angebote in Dortmund fehlen.

Etwas mehr Innovation, Fantasie und auch Mut zum Wandel und zum Abschneiden alter Zöpfe wären da wünschenswert gewesen. Wobei am Ende sowieso die Frage steht, wie das alles bezahlt werden kann.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich