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Dortmunds erste Cannabis-Messe kommt in die Westfalenhallen

Hanf-Produkte

Dortmund bekommt seine erste Hanf-Messe. Die CNBS (Kurzform für Cannabis) soll vom 3. - 5. Mai rund 10.000 Besucher in die Westfalenhallen locken. Die Messe muss aber zwei Auflagen erfüllen.

Dortmund

, 23.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Dortmunds erste Cannabis-Messe kommt in die Westfalenhallen

Vom 3. bis 5. Mai feiert die Hanfmesse CNBS ihre Premiere in Dortmund. Dort soll es alles rund um das Thema Cannabis zu kaufen geben – bis auf Drogen. © CNBS

Beim Wort „Cannabis“ sind die Bilder im Kopf sofort da: Breit grinsende Hippies, die genüsslich an dicken Tüten ziehen; Musikvideos von Rappern mit Joints in der Hand, posierend vor dicken Autos; Kult-Filme wie Half Baked oder Lammbock, in denen die Hauptpersonen eigentlich die ganze Zeit kiffen.

Die Hanfpflanze ist in Form der aus ihren Blüten gewonnenen Droge Marihuana längst Teil der Popkultur. Aber: Der Konsum von Marihuana ist nach wie vor bis auf einige medizinische Ausnahmen in Deutschland illegal.

Organisator: „Manche Messen wollten uns gar nicht“

Und das ist genau das Problem von André Pabst. Der 39-jährige Essener organisiert zusammen mit zwei Geschäftspartnern in der Westfalenhalle 7 die erste große Hanfmesse Dortmunds. Die Standortsuche für die CNBS war schwierig: „Manche Messen wollten uns gar nicht, denen war das Thema zu heikel“, erzählt Pabst. „Auch die Westfalenhallen waren sehr zögerlich, es war ein sehr anstrengender Überzeugungsprozess.“

Dabei beteuert Pabst, dass seine Cannabis-Messe nichts mit Marihuana zu tun hat: „Wir wollen hier kein Marihuana-Happening, wo sich die Leute zu Tausenden bekiffen.“

Auf der CNBS sollen rund 100 Aussteller in die ganze Bandbreite der Hanfpflanze abseits ihrer Nutzung als populäre, aber von den Behörden verpönten Droge zeigen: etwa als Textilfaser in Klamotten, als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler, oder als Kosmetikprodukt. Im Innenhof wird es einen kleinen Streetfood-Market geben, mit Hanf-Bier und Hanf-Waffeln. „Wir wollen weg von der Stigmatisierung“, sagt Pabst, „wir wollen informieren und aufklären.“

Dortmunds erste Cannabis-Messe kommt in die Westfalenhallen

Auf der Messe wird auch Cannabis-Kosmetik angeboten. © CNBS

Zu dieser Aufklärung gehört für Pabst die Unterscheidung zwischen zwei Drei-Buchstaben-Abkürzungen: zwischen THC und CBD. Die erste steht für den psychogenen Stoff, der aus dem Marihuana eine berauschende Droge macht. Die zweite – CBD – steht für Cannabidiol, ein Molekül, das zwar auch aus der Hanfpflanze stammt, aber keine rauschhafte Wirkung hat.

CBD wird deshalb als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft, ist legal und erlebt seit einiger Zeit einen kleinen Boom. So ist es etwa beliebt als schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel, mit dem auch Dortmunder schon gute Erfahrungen gemacht haben. CBD wird auch auf der Dortmunder Messe an vielen Ständen eine große Rolle spielen.

CNBS ist für die Legalisierung von Cannabis

Das begleitende Vortragsprogramm der CNBS macht jedoch keinen Hehl daraus, dass die Macher der Messe durchaus Sympathie für die Legalisierung von Cannabis auch in seiner Form als Marihuana hätten. Die Vortragenden sprechen unter anderem über Themen wie „Legalisierung und Entkriminalisierung weltweit“, „Warum die gefährlicheren Drogen (Alkohol und Tabak) nicht verboten sind“ oder „Warum kostet uns Steuerzahler die Cannabisprohibition mindestens 2,7 Milliarden Euro?“.

Mit solchen Fragen haben die Westfalenhallen kein Problem: „Wir verstehen uns als neutraler Messestandort“, sagt Pressesprecher Dr. Andreas Weber. Im Vorfeld habe man den Veranstaltern lediglich zwei zentrale Auflagen gemacht: Auf der Messe darf Hanf weder als Droge noch als Tabakersatz angeboten werden. Wenn beide Auflagen eingehalten werden, „gibt es keinen Grund, die Messe nicht durchzuführen.“

Und auch bei der Dortmunder Polizei sieht man die Messe entspannt. Sie sei bisher kein Thema im Präsidium gewesen, heißt es aus der Pressestelle, spezielle Kontrollen seien nicht geplant. Organisator André Pabst hofft, dass zur Premiere der CNBS rund 10.000 Besucher kommen. „Wenn es gut läuft, wollen wir das gerne in Dortmund wiederholen“, sagt er.

Zur Sache

Tickets und Öffnungszeiten der CNBS

  • Ein Tagesticket für die CNBS kosten im Vorverkauf 19,99 Euro, ein Drei-Tages-Ticket 39,99 Euro. Tickets gibt es bis zum 3.5. auf der Seite eventbrite.de, danach an der Tageskasse (Preis nicht bekannt).
  • Geöffnet ist die CNBS vom 3. bis 5. Mai von 10 bis 19 Uhr.
  • Die Messebesucher müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
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