Dortmunds Feuerwehr bekommt elf neue Autos für mehr als 1 Million Euro

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Allradantrieb und digitaler Funk an Bord der neuen Fahrzeuge sollen sichere und unkomplizierte Einsätze garantieren. Ausgereizt sind die technischen Möglichkeiten noch nicht.

Dortmund

, 23.05.2020, 04:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem imposanten Halbkreis stehen elf neue Einsatzwagen der Feuerwehr auf dem Dortmunder Friedensplatz. Vertreter von Stadt, Feuerwehr und den Fahrzeugherstellern - wahlweise im Anzug oder Uniform - verleihen der Szene etwas Feierliches.

Schon immer haben Feuerwehrautos eine große Faszination auf Männer ausgeübt. Da verwundert es nicht, dass sich auch ein paar Schaulustige eingefunden haben, die Bilder machen oder durch die Fenster in den Innenraum der Mercedes-Benz-Fahrzeuge lugen. „Die Schaltzentrale schlechthin“, nennt Dirk Aschenbrenner den neuesten Zuwachs seiner Fahrzeugflotte.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau übergibt einen Schlüssel an Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau übergibt einen Schlüssel an Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner. © Johannes Bauer

Der Chef der Dortmunder Feuerwehr ist sichtlich stolz, als er von Oberbürgermeister Ullrich Sierau einen übergroßen Schlüssel als Symbol für die Übergabe der Führungsfahrzeuge erhält. Die Stadt hat mit 1,3 Millionen Euro viel in die Modernisierung der Fahrzeugflotte investiert.

Ein sinnvoller Schritt, findet Rechtsdezernent Norbert Dahmen: „Die neuen Fahrzeuge werden wohl wieder 15-20 Jahre im Einsatz sein.“ Zumindest ihre Vorgänger haben durch gute Wartung und Pflege so lange durchgehalten. „Sogar länger als erwartet“, ergänzt André Lüddecke.

Austausch der Fahrzeuge eigentlich schon 2013 geplant

Denn wie der Pressesprecher der Feuerwehr erklärt, sollten die alten Führungsfahrzeuge eigentlich schon 2013 ausgetauscht werden. Sieben Jahre ließ sich die Anschaffung hinauszögern, war jetzt durch die zunehmende Wartungsanfälligkeit der alten Flotte aber notwendig geworden.
„Außerdem hat sich die verfügbare Technik ja ständig weiterentwickelt“, nennt Dahmen einen weiteren Grund.

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Von den elf neuen Einsatzleitwagen kann ab sofort nicht nur analog, sondern auch digital an die Leitstelle gefunkt werden. Eine Anbindung der Kommunikationsmittel ans Internet ist zumindest in Vorbereitung. Für die Arbeit der Feuerwehr sind die Führungsfahrzeuge enorm wichtig, da sie an der Spitze des Löschzugs stehen und eine große Rolle bei der Koordination des Einsatzes spielen.

Von den neuen Modellen profitiert deshalb zunächst einmal nur die Berufsfeuerwehr der Stadt Dortmund. Jede Wache erhält ein Fahrzeug. „Vermutlich ab Juli/August sehen wir die neue Flotte dann auch im Einsatz“, schätzt Pressesprecher Lüddecke.

Die Technik in den Führungsfahrzeugen erfordert ein wenig Übung.

Die Technik in den Führungsfahrzeugen erfordert ein wenig Übung. © Johannes Bauer

Bis dahin heißt es für die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen: Üben, üben, üben. Der Umgang mit der neuen Technik will gelernt sein, durch die Corona-Pandemie ist das aber nicht unbedingt einfacher geworden. Lüddecke dazu: „Eigentlich würden wir zu diesem Zweck Seminare geben.“ Weil das nicht möglich ist, setzt die Feuerwehr nun auf Schulungsvideos.

Die neue Fahrzeugflotte ermöglicht der Feuerwehr aber nicht nur eine zeitgemäße Kommunikation oder erfüllt moderne Umweltschutzstandards. Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner sieht in der Modernisierung noch einen weiteren Zweck: „Das ist auch eine Frage der Anerkennung.“

Wertschätzung für die Feuerwehrleute

Zwar sei eine funktionierende Ausrüstung zwingende Voraussetzung für sicheres Arbeiten der Einsatzkräfte. „Gutes Arbeitsgerät ist aber auch wichtig für das Gefühl. So weiß man, dass die eigene Arbeit geschätzt wird“, meint Aschenbrenner.

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Zumindest die Integration digitaler Hilfsmittel ist aber noch ausbaufähig, was die Erleichterung des Arbeitsalltags von Feuerwehrleuten angeht. Welcher Hydrant ist dem Einsatzort am nächsten? Wie ist das zu löschende Gebäude aufgebaut? Das ließe sich heute bereits auf einem Tablet nachschauen.

Die neuen Führungsfahrzeuge könnte man auch mit entsprechenden Systemen ausrüsten. „Wir müssen aber erst sichten, was am Markt verfügbar ist“, so Aschenbrenner. Und das könne noch eine Weile dauern.

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