Die Booster-Spritze wird als Schutz gegen die neue Omikron-Variante dringend empfohlen. Gesundheitsamts-Chef Dr. Frank Renken wirbt dafür. © Stephan Schuetze (A)
Corona-Schutzimpfung

Dortmunds Gesundheitsamts-Chef sieht Impflücke bei Menschen über 60

Booster-Impfungen sind gerade in der Omikron-Welle ein wichtiger Schutz gegen schwere Covid-Erkrankungen. Dortmunds Gesundheitsamtsleiter nimmt dabei besonders über 60-Jährige in den Blick.

Was tun gegen die wachsende Omikron-Welle? Kontakte vermeiden und Maske tragen, empfiehlt Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. Aber auch Impfen schütze gegen schwere Krankheitsverläufe.

Erste Erfahrungen sprächen dafür, dass sich zwar auch Geimpfte mit der Omikron-Variante des Coronavirus anstecken könnten, aber nicht schwer erkranken, berichtete Renken im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wichtig sei vor allem, die dritte Impfung, also die sogenannte Booster-Impfung. Bei Geboosterten seien milde Krankheits-Verläufe die Regel, berichtete Renken. „Man hat als Geboosteter einen wesentlich höheren Antikörper-Titer und damit einen deutlich besseren Schutz.“

Vor diesem Hintergrund zeigt sich der Chef des Gesundheitsamts durchaus zufrieden mit der laufenden Impfkampagne in Dortmund. Geimpft wird nicht nur in Arztpraxen, sondern auch im Fußballstadion, im Einkaufszentrum, in der Disko, im Kino oder auch in Cocktailbars

Renken sieht allerdings eine gravierende Lücke. „Ich bin ein bisschen erstaunt, dass in der Gruppe der über 60-Jährigen ein ganz erheblicher Anteil nicht geboostert ist“, sagte der Gesundheitsamtsleiter. Sein Appell: „Jeder der eine vollständige erste Impfung bekommen und drei bis vier Monate Abstand zu dieser ersten Impfung hat, der sollte sich die Booster-Impfung abholen – insbesondere dann, wenn man 60 Jahre alt ist oder älter.“

Ausreichend Impfangebote

Am Mangel an Impfangeboten könne die Zurückhaltung nicht liegen, ist Renken überzeugt. „Auch die Impfangebote der Stadt sind nicht überlaufen. Es ist jederzeit möglich, sich ohne Termin impfen zu lassen“, sagte Renken. Und natürlich könne man sich auch an seinen Hausarzt wenden.

Einen klaren Rat hat Renken auch für Menschen, die Sorgen haben, sich womöglich schon angesteckt zu haben. „Wer kein Fieber hat, wer kein Krankheitsgefühl hat, der kann sich impfen lassen.“ Bei drei bis vier Monaten Abstand zur Erstimpfung sei das Immunsystem noch sehr reaktionsschnell, betont der Experte. „Das heißt, wenn ich jetzt geimpft werden, wird die Antikörperantwort sehr schnell kommen.“ So haben man die Chance über die Booster-Impfung eine mögliche Infektion noch zu überholen.

Städtische Impfangebote ohne Termin gibt es weiterhin für Erwachsene montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr in der Thier-Galerie und in der Berswordt-Halle am Stadthaus. Man plane auch weitere Angebote, damit man für künftige „Impf-Herausforderungen“ vorbereitet ist, kündigt Renken an.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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