Dortmunds Handwerker in Hochstimmung

08.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Das heimische Handwerk hat derzeit wahrlich keinen Grund zu klagen. Die Auftragsbücher vieler Betriebe sind seit Monaten gut gefüllt.

Immer mehr Firmenchefs blicken optimistisch in die Zukunft, fasst die Handwerkskammer (HWK) das Ergebnis ihrer aktuellen Herbstumfrage zusammen: 28 Prozent bezeichnen ihre geschäftliche Lage als "gut", 55 Prozent sind "zufrieden". Nur 17 Prozent der Betriebe machen sich wegen eines schwierigen Geschäftsverlaufs Sorgen.

Vergleichbare Stimmungsbilder gab es nach den Worten von HWK-Hauptgeschäftsführer Klaus Y. Tillmann zuletzt in der Phase des Vereinigungsbooms Anfang der 90-er Jahre. Das Handwerk profitiere hier ganz klar von der gesamtwirtschaftlich guten Konjunktur.

Renovierungsbedarf

Rund läuft es vor allem im Wirtschaftsbau (Bürogebäude, Produktions- und Lagerhallen), der von einer höheren Investitionsbereitschaft der Unternehmer getragen wird. Höhere Umsätze erzielt auch das Ausbaugewerbe. Dazu gehören Maler etwa, Elektriker oder Klempner. Sie profitieren u.a. vom gestiegenen Renovierungsbedarf.

Der Wohnungsbau bleibe aber Sorgenkind. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Wegfall der Eigenheimzulage hätten den Bereich einbrechen lassen (minus 50,7 Prozent). Auch im Nahrungsmittel-Handwerk seien die Ergebnisse im Vergleich schlechter. "Die Bäcker beispielsweise leiden stark unter explodierenden Rohstoffpreisen und unter der Konkurrenz durch die Discounter."

Geld für den Friseur

Die Bereitschaft, für Service wieder Geld auszugeben, scheint sich dagegen für die Friseure auszuzahlen. Insbesondere Betriebe mit neuen Konzepten und Zusatzofferten würden beim Kunden punkten. Ganz anders ist die Stimmung bei den Billiganbietern der Branche. Nummer ziehen, warten, schneiden, nächster Kunde, sei nicht mehr so stark gefragt.

Und auch die Autowerkstätten, einst ein Tiefpunkt des Stimmungsbarometers, kommen wieder in Fahrt. Der älter werdende Auto-Bestand auf den Straßen beschere der Branche. so Tillmann, mehr Reparatur- und Wartungsaufträge. Folge: die Werkstätten seien zu 80 Prozent ausgelastet, so gut wie schon lange nicht mehr.

Den Durchbruch bei Neueinstellungen bringt die gute Umsatzentwicklung im Handwerk allerdings noch nicht mit sich. Nur acht Prozent der Betriebe wollen neues Personal einstellen, 13 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau. ar

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