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Dortmunds Mieten sind zu billig - darum wird zu wenig neu gebaut

rnWohnungsmarkt

Trotz Rekordjahr für Dogewo21 baut das Unternehmen kaum neue Wohnungen - denn die lohnen sich nicht. Damit sich das ändert, müssten Mieter tiefer in die Tasche greifen. Viel tiefer.

Dortmund

, 27.05.2019 / Lesedauer: 3 min

„Uns geht’s ganz gut“, sagt Dogewo-Geschäftsführer Klaus Graniki. Und damit gibt er sich angesichts eines Rekordergebnisses im Jubiläumsjahr des Wohnungsbauunternehmens eher bescheiden. Der Jahresüberschuss der Stadtwerke-Tochter ist im Vergleich zum Vorjahr von 3,1 auf 4,5 Millionen Euro gestiegen. Zugleich wurden 2018 knapp 32 Millionen Euro in den Bestand mit 16.243 Wohnungen investiert.

„Von jedem Euro an Mieteinnahmen haben wir mehr als 50 Cent zurück in den Bestand fließen lassen“, rechnete Prokurist Andreas Laske bei der Vorlage des Geschäftsberichts 2018 vor. Davon profitiere auch das Dortmunder Handwerk.

Dortmunds Mieten sind zu billig - darum wird zu wenig neu gebaut

Im April 2018 wurde das Neubauprojekt an der Schüruferstraße gestartet. Hier Dogewo-Chef Klaus Graniki (r.) mit Wohnungsamtsleiter Thomas Böhm (l.), Planungsdezernent Ludger Wilde und der Dogewo-Aufsichtsratsvorsitzenden Carla Neumann-Lieven. © Rüdiger Barz

3,9 Millionen Euro wurden 2018 in Neubauten investiert. Aktuell entstehen 46 öffentlich geförderte Wohnungen in der Nähe des Phoenix-Sees an der Schüruferstraße. Das Gesamtprojekt kostet 9 Millionen Euro. Am Ende sollen die Wohnungen an der Schüruferstraße für einen Quadratmeter-Preis von 5,25 Euro vermietet werden.

Weiterhin günstige Mietpreise

Generell verweist man bei Dogewo auf die auch für Dortmunder Verhätlnisse günstigen Mietpreise. Die Durchschnittsmiete lag 2018 bei 5,40 Euro pro Quadratmeter, 1,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Neumieter zahlten im Schnitt 5,88 Euro pro Quadratmeter. Damit liege man deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 6,62 Euro.

Im niedrigen Mietpreis sieht Klaus Graniki aber auch die Crux, wenn es um Neubauten geht. Damit diese angesichts steigende Baukosten rentabel seien, sei ein Mietpreis von 10 Euro nötig. Das sei in Dortmund aber nicht zu erzielen. „Der Markt ist schwierig“, stellt Graniki fest.

Dortmunds Mieten sind zu billig - darum wird zu wenig neu gebaut

Dogewo-Geschäftsführer Klaus Graniki. © Stephan Schütze

Auskömmlich zu bauen, sei nur auf eigenen Grundstücken möglich, wie zurzeit an der Schüruferstraße. Oder auf dem Gelände, das die Muttergesellschaft DSW21 auf dem alten Betriebshof-Areal an der Deggingstraße zur Verfügung stellt. Dort sollen ab 2021 bis zu 200 neue Dogewo-Wohnungen entstehen.

Um neuen Wohnraum auch ohne den Kauf teurer Grundstücke zu schaffen, setze man außerdem auf den Dachgeschoss-Ausbau im Bestand, kündigt Graniki an.

Für den Dogewo-Chef ist es unstrittig, dass es nötig ist, neuen Wohnraum zu schaffen. „Das ist eine Aufgabe der Zukunft“, sagt Graniki.

Extrem wenig Leerstand

Denn wie angespannt inzwischen der Wohnungsmarkt in Dortmund ist, spiegelt sich auch im Tagesgeschäft des Unternehmens wider. Die Leerstandsquote im Wohnungsbestand ist mit 0,4 Prozent verschwindend gering.

Um für eine Belebung des Neubaugeschäfts zu sorgen, sieht Graniki vor allem die Politik in der Pflicht. Die Neufestlegung der Mietstufen in Dortmund für öffentlich geförderte Wohnungen, die ab Juni Neubau-Mieten bis 6,20 Euro ermöglichen, sei dabei nur ein kleiner Schritt.

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