Baustellen-Alarm auf Dortmunds Wall: So sollten Sie fahren, um schneller voran zu kommen

rnWall-Test im Video

Gleich mehrere große Baustellen machen Dortmunds Wall momentan zu einem Hindernisparcours. Welche Richtung von Dortmunds größter Ringstraße ist gerade schneller? Wir haben es ausprobiert.

Dortmund

, 15.03.2019, 04:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dortmunds Autofahrer müssen momentan viel Geduld mitbringen: Am Ostwall, am Westentor und auf dem Hohen Wall behindern große Baustellen den Verkehr. Das führt besonders im Berufsverkehr zu langen Staus.

Nun haben es Ringstraßen an sich, dass man sowohl die eine als auch die andere Richtung wählen kann, um ans Ziel zu kommen, besonders, wenn man von einem Punkt des Rings an den genau gegenüberliegenden will, etwa vom Neutor am Stadthaus zum Hauptbahnhof oder vom Ostwall zum Westentor.

Wir wollten herausfinden, welche Richtung die schnellere ist. Deshalb drehten wir mit zwei unserer Ruhr-Nachrichten-Smarts im auslaufenden morgendlichen Berufsverkehr gegen 8.30 Uhr zeitgleich eine Runde um den Wall.

Start und Zielpunkt war unser Verlagshaus, an der Einmündung der Hövelsstraße, zwischen Schauspielhaus und Thier-Galerie, bogen wir auf den Wall ab – einer links in Richtung Ostwall (Team Außenring), der andere rechts in Richtung Westentor (Team Innenring). Dabei hielten wir uns strikt an alle Tempolimits und versuchten, wo es ging, die mittlere Spur zu fahren.

Unser Test im Video:

Hier lesen Sie im Minutenprotokoll, wie der Test lief – und wer zuerst wieder da war:

Team Innenring (Richtung Westen), 8.41 Uhr: An der ersten Ampel, der Einmündung der Hövelstraße in den Wall, habe ich Glück: Als Rechtsabbieger bekomme ich zuerst Grün. Tiefenentspannt lasse ich meine Kollegin an der roten Ampel stehen und biege auf den Wall – ich habe einen Vorsprung, auch wenn ich sofort in eine Tempo-30-Zone einbiege.

Team Außenring (Richtung Osten), 8.42 Uhr: Nach endlosen 33 Sekunden springt auch meine Ampel auf Grün. Jetzt bin ich auch auf dem Wall.

Team Innenring. 8.43 Uhr: Zack, da ist die erste der großen Baustellen: Am Hohen Wall wird die linke der beiden verfügbaren Spuren über die Gegenfahrbahn geleitet. Ich bleibe auf der rechten und komme überraschend schnell durch. Ich erwische eine grüne Welle am Westentor und bin auch schon auf dem Königswall. Ich bin siegesgewiss.

Team Außenring, 8.44 Uhr: Die erste Baustelle naht schon nach rund vier Minuten: die Baustelle am Ostwall, wo das Tempo auf 30 reduziert und die linke Spur gesperrt ist. Durch den festen Blitzer auf Höhe des Baukunstarchivs fahren die meisten Autofahrer auch Strich 30 oder langsamer. Trotzdem blitzt es zwei Autos vor mir plötzlich rot auf – da ist dem Radar jemand in die Falle gegangen. Die Baustelle zieht sich, gestützt von den vielen Ampeln auf dem kurzen Teilstück in Höhe des Ostentors – und ich hab die rote Welle erwischt.

Baustellen-Alarm auf Dortmunds Wall: So sollten Sie fahren, um schneller voran zu kommen

Auf dem Innenring des Hohen Walls kam unser Reporter gut voran. © Christin Mols

Team Innenring, 8.45 Uhr: Ich überquere die Kreuzung Wall / Kuckelke – damit ist die halbe Strecke rund um den Wall geschafft. Von meiner Kollegin ist noch nichts zu sehen. Ich liege also vorne!

Team Außenring, 8.47 Uhr: Gerade, als ich über die Kreuzung am Ostentor gefahren bin, sehe ich das Auto vom Kollegen auf der Gegenspur. Er ist definitiv schon weiter gekommen als ich.

Team Innenring, 8.47 Uhr: Da ist sie! Ich habe also eine gute Minute Vorsprung. Aber jetzt hat sie freie Fahrt, während ich im Rückstau vor der Ampel auf dem Schwanenwall stehe. Hinter der Kreuzung beginnt die Ostwall-Baustelle, da verengt sich der Wall auf lediglich eine Spur. Ich brauche zwei Ampelphasen, bis ich die Kreuzung passiert habe.

Team Außenring, 8.48 Uhr: Zwischen Ostwall und Westentor sind zwar keine Baustellen, kurz vorm Hauptbahnhof ist aber merklich mehr Verkehr auf den Straßen. Ich wechsle vorsichtshalber mal auf die linke Spur, da auf der rechten Spur sich die Taxen und Abbieger auf dem Parkplatz am Bahnhof einreihen.

Team Außenring, 8.49 Uhr: Die nächste Baustelle zwingt mich zum erneuten Fahrbahnwechsel von links zurück in die Mitte: Am Westentor ist ebenfalls die linke der drei Spuren gesperrt, auch hier ist 30er-Zone. Allerdings geht’s hier deutlich schneller als am Ostwall, weil hier um die Uhrzeit in Richtung Thier-Galerie und Galeria Kaufhof noch nicht viel los ist. Zu den Geschäftszeiten droht hier teilweise ein Rückstau von der Linksabbiegerspur in die Hövelstraße.

Team Innenring, 8.50 Uhr: Nachdem ich mit Tempo 30 durch die Ostwall-Baustelle gekrochen bin, könnte ich eigentlich noch die Grünphase an der Kreuzung Wall / Kleppingstraße erwischen. Eigentlich. Denn ein Kleintransporter versperrt mir den Weg. Er will nach links auf die Ruhrallee abbiegen. Doch da seine Spur bis kurz vor die Kreuzung gesperrt ist, gibt es einen Rückstau bis auf meine Spur. Ich verliere wertvolle Zeit, denn die Rotphase am Stadthaus ist lang.

Team Außenring, 8.51 Uhr: Geschafft! Nach 11.35 Minuten komme ich vor meinem Kollegen in der Silberstraße an. Das überrascht mich.

Team Innenring, 8.53 Uhr: Die Stadthaus-Kreuzung hat meine Zeit zu stark verdorben. Ich komme mit 2:20 Minuten Rückstand am Ziel an.

Fazit: Der Ostwall ist außen besser zu fahren

Für uns fiel das Ergebnis überraschend deutlich aus. Dennoch kann man nicht verallgemeinern, dass der Außenring immer der schnellere ist. Zum Einen ist die aktuell jeweils herrschende Verkehrslage nicht vorhersehbar, zum Anderen fährt ja auch niemand nur zum Spaß eine komplette Runde, sondern meistens höchstens eine halbe.

Fest steht jedoch, dass auf dem Ostwall definitiv der Außenring besser ist: Dort stehen den Autofahrern zwei Fahrstreifen zur Verfügung, auf dem Innenring ist es nur eine. Gleichzeitig ist die Baustelle am Königswalll die eindeutig besser zu befahrene (Stand 14.3.).

Das heißt: Wenn Sie zum Beispiel von der Hohen Straße zur Leopoldstraße oder gar zur Bornstraße wollen (und umgekehrt), sind Sie über das Westentor schneller. Und vom Osten- zum Westentor und umgekehrt ist der Weg über den Königswalll besser.

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