Drama um Karstadt Sports steht wohl vor dem Ende

rnGaleria Karstadt Kaufhof

Nach langem Gezerre erhärtet sich die Hoffnung für das Karstadt-Sporthaus in Dortmund. Die Beschäftigten sollen in Kürze informiert werden.

Dortmund

, 22.09.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von einigen war das Karstadt-Sporthaus bereits abgeschrieben, doch nun erhärten sich Hinweise auf den Erhalt des Geschäfts. Nach Informationen dieser Redaktion sind die Mietverhandlungen zwischen dem Galeria-Konzern und den Eigentümern der Immobilie nun abgeschlossen.

Nach monatelangem Hin und Her sollen sich Galeria und die Eigentümerfamilie auf neue Konditionen im Mietvertrag geeinigt haben. Demnach haben beide Seiten nun eine tragbare Lösung für den Weiterbetrieb des 2002 eröffneten Hauses am Alten Markt gefunden.

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Eine offizielle Bestätigung war dazu bislang von keiner Seite zu erhalten. Laut Gerhard Löpke, Betriebsratsvorsitzender von Karstadt, „sollen die Beschäftigten in Kürze von Galeria informiert werden.“ Das soll angeblich am kommenden Freitagmorgen (25.9.) geschehen. „Ich gehe schwer davon aus, dass den Mitarbeitern von Galeria erfreuliche Nachrichten übermittelt werden“, sagt Löpke. „Es wird Zeit, dass das Thema endlich vom Tisch kommt.“

Kündigungen könnten zurückgenommen werden

Kornelia Selchow-Kersching, Betriebsratsvorsitzende der knapp 60 Beschäftigten im Karstadt-Sporthaus, befindet sich im Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sie ist aber im Bilde - die bevorstehende Ankündigung von Galeria hat sich unter den Betriebsräten wie ein Lauffeuer verbreitet.

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Bis zuletzt hing das Weiterbestehen des Sporthauses am seidenen Faden. Die Beschäftigten hatten bereits im Juli ihre Kündigungen mit Wirkung zum 31. Oktober erhalten. Die Kündigungen im Bedarfsfall zurückzunehmen, sei aber kein Problem, sagt Löpke. Unklar ist, ob das Haus weiter unter „Karstadt Sports“ geführt wird – oder künftig Sport Scheck die Regie übernimmt. Galeria hatte die Sportkette Ende 2019 von der Otto Group übernommen. Insider gehen davon aus, dass die Marke Karstadt Sports und Sport Scheck miteinander verzahnt werden.

Galeria hatte die halbe Stadt in Aufruhr versetzt

Mit der Rettung des Sporthauses könnte ein monatelanges Drama enden, das im Juni begonnen hatte. Mit seiner Ankündigung, das Sporthaus, das Karstadt-Haus und Kaufhof in Dortmund zu schließen, hatte der Galeria-Konzern die halbe Stadt in Aufruhr versetzt. Anfang Juli konnten zumindest die rund 250 Beschäftigten des Karstadt-Haupthauses feiern – Galeria nahm seine Schließungsabsichten wieder vom Tisch.

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Anders sieht es bei Kaufhof am Westenhellweg aus: Die rund 80 Kaufhof-Mitarbeiter mussten schmerzhaft erfahren, dass es für ihr Geschäft keine Rettung mehr gibt: Als letzter Verkaufstag ist der 17. Oktober genannt worden. Klar ist: Das Gebäude mit seinen technischen Anlagen ist hoffnungslos veraltet und soll mittelfristig komplett neu entwickelt werden.

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