Drama um tote Seelöwin Holly: Peta erhöht Belohnung

Zoo Dortmund

Neues im Fall der toten Seelöwin Holly: Die Tierschutzorganisation Peta hat die Belohnung für Hinweise erhöht, die zur Ermittlung und Überführung des mutmaßlichen Tierquälers führen. Dabei hatte die Polizei am Dienstag ihre Ermittlungen eingestellt. Zoo und Peta glauben jedoch weiter an ein Verbrechen.

DORTMUND

, 26.11.2015, 12:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seelöwin Holly (l.) wurde von Unbekannten erschlagen. Die Suche nach den Verantwortlichen gestaltet sich jedoch schwierig. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Seelöwin Holly (l.) wurde von Unbekannten erschlagen. Die Suche nach den Verantwortlichen gestaltet sich jedoch schwierig. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Peta hält an der Belohnung fest, solange eine Fremdeinwirkung nicht völlig ausgeschlossen ist, heißt es in einer Stellungnahme der Tierschutzorganisation. Peta und Peta-Unterstützer, die sich gemeldet haben und bei der Tätersuche behilflich sein möchten, haben die ursprüngliche Belohnung von 1000 Euro auf rund 2000 Euro erhöht. 

Man habe einige Hinweise auf einen möglichen Täterkreis bekommen, erklärte eine Peta-Sprecherin. Diese seien jedoch sehr unkonkret gewesen. Man habe sie an die Polizei weitergeleitet. Die Hinweise seien den Ermittlern aber bereits bekannt gewesen.

Verletzungen am Schädel

Rückblick: Tierpfleger hatten am Morgen des 5. November Hollys Leiche im Gehege entdeckt. Ihr fehlten drei Zähne, außerdem hatte sie Verletzungen am Schädel. Eine Tierärztin ging nach einer Obduktion von einer Gewalteinwirkung aus. Als dann auch noch 200 Meter weiter ein Loch im Zaun gefunden wurde, schaltete der Zoo die Polizei ein. Die nahm die Ermittlungen wegen Tierquälerei, Sachbeschädigung und Einbruch auf. Schnell lobten mehrere private Organisationen und Unternehmen eine Belohnung für Zeugenhinweise aus.

Am vergangenen Dienstag hatte sich die Polizei zum Fall geäußert. "Derzeit haben wir keinen Hinweis darauf, dass jemand sich Zugang zum Gehege verschafft und Holly auf den Kopf geschlagen hat", erklärte Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann. Die Spurensicherer der Polizei fanden am Gehege keinerlei Einbruchsspuren. Das Fazit der Polizei: "Wir konnten den Verdacht auf ein Fremdverschulden nicht erhärten." Das Loch im 200 Meter entfernten Zaun könne schon seit Wochen oder Monaten da gewesen sein. 

Wie es mit den Ermittlungen weitergeht, entscheidet jetzt routinemäßig die Staatsanwaltschaft. Sie wird die Untersuchungsergebnisse der Polizei prüfen und festlegen, ob die Nachforschungen eingestellt werden - oder ob der Fall neu aufgerollt wird.

Zoo glaubt weiter an Verbrechen

Für Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter kommt es nicht überraschend, dass die Polizei keine Hinweise auf eine Gewalttat durch einen Dritten finden konnte: "Schließlich wurden alle Spuren beseitigt." Weil der Zoo vor der Obduktion von Holly zunächst von einem tragischen Unglück ausgegangen war, hatten die Pfleger bereits den Stall gereinigt, als die Spurensicherer der Polizei tätig wurden.

Man habe auch das gesamte Gehege, darunter die Klappe zum Stall, als möglichen Auslöser des Unglücks in Augenschein genommen, sagte der Zoodirektor. Erst der Ausschluss einer technischen Ursache sei der Grund gewesen, die Polizei einzuschalten. Brandstätter glaubt weiterhin an ein Fremdverschulden: "Es gibt keine andere Erklärung." Alles andere, so der Zoodirektor, wäre "eine geheimnisvolle Sache." 

Zeugen, die Informationen beisteuern können, haben die Möglichkeit, sich telefonisch unter Tel. (01520) 7 37 33 41 oder per E-Mail an PETA zu wenden – auch anonym.

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