Corona-Pandemie

Dramatische Zahlen aus Dortmund: Vierte Corona-Welle ist eine „junge Welle“

Was die Daten des Robert-Koch-Instituts andeuten, bestätigt das städtische Gesundheitsamt: Vor allem junge Menschen sind von der vierten Corona-Welle betroffen. Dazu gibt es neue Zahlen - und die haben es in sich.

Die vierte Corona-Welle ist da. Daran gibt es mit Blick auf die gestiegene Inzidenz nicht nur in Dortmund und NRW keinen Zweifel mehr. Und es ist eine „junge Welle“, wie Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken erklärt.

Beleg dafür ist, dass die Inzidenz in der Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen in der vergangenen Woche (23. bis 29. August) auf 524 gestiegen ist. „Das ist der höchste Wert einer altersspezifischen Sieben-Tage-Inzidenz je Kalenderwoche, der im gesamten Pandemie-Zeitraum ermittelt werden konnte“, heißt es in der Analyse des städtischen Gesundheitsamtes.

Generell ist nach den städtischen Daten das Durchschnittsalter der Neuinfizierten gesunken. Lag es in der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 noch bei 46,89 Jahren, liegt das Durchschnittsalter der Infizierten in Dortmund jetzt bei 27,88 Jahren.

Regelmäßige Tests helfen

Die Gründe für die Anfälligkeit vor allem der Schülerinnen und Schüler liegt auf der Hand. Denn die Unter-12-Jährigen können sich nicht durch eine Impfung gegen eine Ansteckung schützen, weil die Vakzine für diese Altersgruppe noch nicht zugelassen sind.

Auf der anderen Seite machen sich – in diesem Falle im positiven Sinne – die regelmäßigen Tests in den Schulen bemerkbar. „Wir sind mit der Teststrategie zum ersten Mal in der Lage, einen wesentlichen Teil der sogenannten Dunkelziffer zu erfassen“, erklärt Renken. Denn in der Altersgruppe zwischen 6 und 20 Jahren verlaufe mehr als die Hälfte der Infektionen asymptomatisch. Das heißt, man würde sie ohne Tests gar nicht feststellen.

Infektionen: Importe aus Urlaubsländern

„Dadurch, dass wir in den Grundschulen verpflichtend PCR-Pool-Testungen machen, kommen wir ganz offensichtlich dieser Dunkelziffer ein ganzes Stück näher“, bilanziert Renken. Da man diese Fälle nun im Gegensatz zu früheren Wellen erkenne und in Quarantäne schicken könne, habe man die Hoffnung, weitere Ansteckungsfälle verhindern zu können.

Die Experten gehen davon aus, dass die Infektionen nur zu einem geringen Teil ihren Ursprung in den Schulen haben. „Die Infektionen wurden aus Urlaubsländern importiert und nun kommt es innerhalb der dadurch betroffenen Familien zu vielen weiteren Ansteckungen“, lautet die Erkenntnis.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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