Hundehaufen, Kaugummis und Pappbecher: Drastisch erhöhte Strafen für Umweltsünden

Neuer Bußgeldkatalog

Wer weiter Kaugummi auf die Straße spuckt, den Haufen seines Hundes liegen lässt oder seine Zigarettenkippe in die Landschaft schnippt – für den wird es ab sofort deutlich teurer.

Dortmund

, 04.10.2019, 14:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hundehaufen, Kaugummis und Pappbecher: Drastisch erhöhte Strafen für Umweltsünden

Wer Kaugummi auf die Straße spuckt, für den wird es ab sofort richtig teuer. © Vahlensieck (A)

Bei den jährlichen Bürgerbefragungen der Stadt zum Haushalt bekommt die Stadtsauberkeit nur die Schulnote 4 bis 4 minus. Dabei prägt ein sauberer und gepflegter Zustand von Wohngebieten, Geschäftsstraßen und öffentlichen Anlagen die Attraktivität und das Image einer Stadt und beeinflusst das Wohlempfinden ihrer Bürger.

Doch illegale Müllablagerungen nehmen weiter zu. Mit einem neuen Bußgeldkatalog will die Stadt unterstreichen, dass der öffentliche Raum kein Mülleimer ist. Sie hat deshalb die Strafen für solche Umweltsünden drastisch erhöht. Ein neuer, wenn auch nicht bindender Bußgeldkatalog des Landes NRW hat für die Stadt den gesetzlichen Rahmen eröffnet, die illegale Entsorgung von Abfall strenger zu sanktionieren.

„Kein Kavaliersdelikt“

Ob das Wegwerfen von Burger-Verpackungen, Pommes-Schalen oder Zigarettenkippen, das Liegenlassen von Hundekot oder öffentliches Urinieren – „Unbelehrbare sollen wissen, dass ihr Verhalten kein Kavaliersdelikt ist und konsequent mit Verwarn- und Bußgeldern geahndet wird“, teilte die Stadt am Freitag (4. Oktober) in einer Presseerklärung mit.

Jetzt lesen

So kostet das Wegwerfen von kleineren Gegenständen wie Zigarettenkippen, -schachteln, Papptellern und -schalen sowie Coffee-to-go-Bechern statt der bisher 15 Euro ab sofort 50 Euro. Weggeworfene Pappkartons, Blechdosen, Plastik, Speisereste und ausgespuckte Kaugummis schlagen ab 75 Euro zu Buche (bislang ab 25 Euro).

Das Bußgeld für wild entsorgten Renovierungsabfall wie Farbreste bis 2 Kilogramm/2 Liter verdoppelt sich auf bis zu 200 Euro. Besonders drastisch teurer wird es bei Betriebsstoffen wie Altöl ab einer Menge von fünf Litern. Bislang ging es bei 250 Euro los, jetzt sind mindestens 2000 Euro fällig. Auch das wilde Entsorgen von Fahrzeugbatterien kostet mit einem Bußgeld ab 250 Euro das Zehnfache.

Wildpinkeln wird doppelt so teuer

Wer sein Schrottauto in der Landschaft abstellt wird mit 500 Euro (bisher 300 Euro) zur Kasse gebeten. Für das Ablegen von Werbematerial in Hauseingängen, das zur Verunreinigung führen kann, muss man statt 35 Euro künftig 50 Euro Strafe zahlen.

Jetzt lesen
Öffentliches Urinieren steigt von 25 auf 50 Euro. Liegengelassene Hundehaufen kosten die Besitzer statt bisher 50 Euro nun 75 Euro, in besonders geschützten Bereichen wie zum Beispiel auf Kinderspielplätzen sogar 100 Euro.

Die Stadt werde die höheren Verwarn- und Bußgelder ab sofort bei einschlägigen Rechtsverstößen anwenden, teilt die Verwaltung mit.

Sperrmüll- und Wertstoffservice

Die EDG bietet einen Sperrmüll- und Wertstoffservice. An insgesamt sechs Bring- und Recyclinghöfen können Farben, Autobatterien, Elektroschrott, Hartplastik und Sonstiges aus Haushalten kostenlos abgegeben werden. Für weitere Abfälle wie Grünschnitt, Sperrmüll und Bauschutt wird eine geringe Gebühr erhoben. Alle Informationen unter www.edg.de.
Lesen Sie jetzt