Drastischer Hilferuf der Nordstadt-Eltern

Postkarten vom Straßenstrich

DORTMUND Nordstadt-Eltern die sich mit Alkoholiker- und Drogenszene sowie dem ausfransenden Straßenstrich in ihrem Bezirk von Polizei, Politik und Verwaltung im Stich gelassen fühlen, rufen jetzt mit drastischen Postsendungen um Hilfe.

von Von Gaby Kolle

, 05.07.2009, 18:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Postkartenaktion mit Versand an 200 Entscheidungsträger ist ein drastischer Hilferuf der Nordstadt-Eltern, einer Initiative, die sich in Kindergärten, Schulen und Moscheen zusammengefunden hat. 4000 bis 5000 Eltern stünden hinter dem wachsendem Netzwerk, so die grobe Schätzung der Initiatorin Kirsten Gilakis (41), allein erziehende Mutter von zwei Töchtern und Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule Kleine Kielstraße. "Was nützt der schönste Spielplatz, wenn meine Kinder nicht allein dahin gehen können", sagt sie. Sie sei auch in der Nordstadt groß geworden, "warum dürfen meine Kinder das nicht?"3000 Postkarten wurden von Eltern finanziert Ausfransende Straßenprostitution, Drogen- und Alkoholikerszene - die Eltern haben die Nase voll. Vor rund acht Wochen wurde deshalb die Idee mit den Postkarten geboren. 3000 haben die Nordstadt-Eltern bislang selbst finanziert und in Umlauf gebracht. Auf der Rückseite steht z.B. handgeschrieben: "Bitte sorgen Sie mit dafür, dass unsere Kinder in der Nordstadt unter normalen Bedingungen aufwachsen können." Reaktionen? "Bisher keine", sagt Kirsten Gilakis.Vierte Postkarte ist in Vorbereitung Doch die Nordstadt-Eltern wollen zusammenhalten, einen langen Atem im Kampf gegen die Auswüchse in ihrem Bezirk beweisen, kündigt Gilakis an. Eine vierte drastische Postkarte ist in Vorbereitung. Auch Migranten – und darauf ist Gilakis stolz – haben sich beteiligt. Auch finanziell. Selbst der Imam habe ihr versichert: „Die Eltern sind alle sauer“. Sie sagt: „Die Kinder können sich nicht wehren, das müssen wir machen.

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