Flieger aus Dortmund kommt in Rumänien in Quarantäne – Fluggäste nehmen Auto statt Flugzeug

rnAuswirkung des Coronavirus

In Rumänien ist am Mittwoch ein Flugzeug aus Dortmund nach der Landung unter Quarantäne gestellt worden. Reisenden ins Ruhrgebiet wurde der Abflug verwehrt – zwei sattelten spontan um.

Dortmund

, 13.03.2020, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weltweit ist die Sorge vor dem Coronavirus zu spüren. Während in Italien das öffentliche Leben gänzlich erlahmt und in Deutschland reihenweise Veranstaltungen abgesagt werden, wurde in Rumänien jetzt ein Flugzeug aus Dortmund unmittelbar nach der Landung unter Quarantäne gestellt. Die Umstände sind äußerst merkwürdig.

Die Maschine aus Dortmund landete Mittwochmittag (11. März) auf dem Rollfeld in der rumänischen Stadt Timisoara. Saugen, Putzen, Aufräumen - das ist das normale Prozedere nach einer routinemäßigen Landung. Eigentlich sollte die Maschine anschließend direkt den Rückweg nach Dortmund antreten.

Mehr als 100 Passagiere in Quarantäne

Allerdings wurde das Flugzeug samt Passagiere unmittelbar nach der Ankunft unter Quarantäne gestellt und die folgenden Flüge storniert. Mehr als 100 Menschen, die ursprünglich mit derselben Maschine zurück nach Deutschland wollten, saßen somit am Flughafen fest. Darunter auch die Dorstener Lambert Lütkenhorst und Thomas Hein.

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Dadurch, dass sich ein befreundetes Ehepaar in der Maschine befand, waren die beiden stets aktuell informiert: „Die Passagiere, die in der Maschine saßen, wurden sofort abgefangen und angewiesen, sich unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben“, erklärte Lütkenhorst gegenüber unserer Redaktion.

Nordrhein-Westfalen angeblich auf einer Roten Liste

Als Grund nannte man vor Ort, dass Deutschland und insbesondere Nordrhein-Westfalen auf einer Roten Liste stünden. Kein Flugzeug aus Rumänien würde derzeit dorthin fliegen, berichtete der Dorstener Altbürgermeister. Somit saßen Lütkenhorst und Hein am Flughafen fest.

„Bisher gibt es keine Informationen vom Auswärtigen Amt, das Einreisende aus Deutschland in Rumänien grundsätzlich unter Quarantäne gestellt werden“, sagte hingegen Flughafen-Sprecherin Davina Ungruhe am Donnerstag auf Anfrage.

Dorstener machen sich mit dem Auto auf den Rückweg

Man könne lediglich bestätigen, dass am Mittwoch die Flüge vom Dortmunder Flughafen nach Rumänien ausgefallen seien. Auch die umgekehrte Richtung war Ungruhe zufolge von den Maßnahmen betroffen. „Am Donnerstag haben aber alle Flüge mit Verbindung zu Rumänien stattgefunden. Grundsätzlich bleibt die Lage aber angesichts der fortschreitenden Entwicklung sehr dynamisch und undurchsichtig“, bestätigte Ungruhe.

Dorstener sitzen in Rumänien fest.

Lambert Lütkenhorst (l.) und Thomas Hein saßen in Rumänien fest, weil kein Flugzeug nach Deutschland ging. Mit dem Auto wollten sie sich auf den Heimweg machen. © privat

Für Lütkenhorst und Hein war das Warten auf einen möglichen Rückflug unterdessen keine Option. Kurzentschlossen organisierten sich die beiden Dorstener über private Kontakte ein Auto und traten den knapp 1900 Kilometer langen Heimweg über die europäischen Straßen an.

Das geliehene Auto soll derweil in der kommenden Woche per Hilfstransport zurück in den Heimatort nach Rumänien gebracht werden.

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