Drei Dortmunder Hebammen möchten besser auf die Geburt vorbereiten

Hebammenpraxis „Herzenswerk“

Die Hebammen Kirsten Gryt, Julia Ickerodt und Melissa Schönfelder eröffnen Anfang Mai eine gemeinsame Hebammenpraxis am Westfalendamm. Aktive Geburtshilfe leisten sie allerdings nicht.

Südost-Stadt

, 24.04.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drei Dortmunder Hebammen möchten besser auf die Geburt vorbereiten

Von links: Melissa Schönfelder, Julia Ickerodt und Kirsten Gryt. © Robin Albers

In Deutschland gibt es zu wenig Hebammen. Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2017 ungefähr 24.000 Hebammen auf 784.901 Geburten. Durch diesen Mangel entsteht eine hohe Arbeitsbelastung für die Frauen im Dienst.

Ausreichende Vorbereitung soll gegen den Hebammen-Mangel helfen

Unter anderem dadurch inspiriert, haben sich drei freiberufliche Dortmunder Hebammen dazu entschlossen, sich in einer Praxisgemeinschaft zusammen zu tun. Kirsten Gryt, Julia Ickerodt und Melissa Schönfelder wollen zukünftigen Müttern und Elternpaaren mit ihrer Praxis einen Ort bieten, in dem sie sich auf die anstehende Geburt vorbereiten können. Dies sei laut den drei Hebammen auch nötig, da durch den Mangel der Umgang mit dem Thema Geburt sehr schnelllebig geworden sei. „Auf eine Hebamme, die aktiv in der Geburtshilfe tätig ist, kommen im Schnitt vier Geburten“, sagt Gryt.

Zufluchtsort für werdende Eltern

Mit ihrer Praxis wollen Gryt, Ickerodt und Schönfelder ihren Patienten einen Zufluchtsort gegen den Stress bieten, den eine anstehende Geburt mit sich bringen kann. In der Hebammenpraxis soll künftig die Zwischenmenschlichkeit im Vordergrund stehen, man möchte sich viel Zeit für Gespräche nehmen.

Die Praxis wird gerade noch eingerichtet, aber es ist jetzt schon zu erkennen, dass „Herzenswerk“, wie sie heißen wird, kein sterile Arztpraxis werden wird.

Die drei Hebammen, die schon mehrere Jahre in ihrem Job arbeiten, legen Wert auf eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre. In der alten Stadtvilla am Westfalendamm sollen Geburtsvorbereitungskurse, Fitnesskurse für Schwangere sowie Kurse nach der Geburt angeboten werden. Besonders in der Wochenbettphase wird es auch Hausbesuche geben.

Aktive Geburtshilfe leisten die drei Freiberufler nicht. Die Frauen haben selbst kleine Kinder und wollen deshalb nicht im Bereitschaftsdienst arbeiten. Hinzu kommt noch ein anderer Grund: Für freiberufliche Hebammen, die aktiv Geburtshilfe leisten – also neben der Vor- und Nachsorge bei der Geburt dabei sind – kommt neben der hohen Arbeitsbelastung ein hoher Haftpflichtversicherungsbeitrag hinzu. Dieser liegt aktuell bei über 8.500 Euro pro Jahr.

Herzenswerk hat noch freie Kapazitäten

Gryt, Ickerodt und Schönfelder eröffnen ihre Praxisgemeinschaft am 4. Mai. Sowohl für die Kurse als auch für Schwangerschaftsbetreuungen haben die drei Hebammen noch freie Kapazitäten. Die Kontaktdaten, sowie weitere Informationen zum Angebot der Hebammenpraxis findet man auf der Webseite von Herzenswerk.

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