Der Dortmund-Ems-Kanal (Archivbild).
Tierschützer sind alarmiert

Drei tote Hunde im Dortmund-Ems-Kanal: Entsorgt hier jemand seine Tiere?

Drei tote Hunde sind im Dortmund-Ems-Kanal gefunden worden - innerhalb von nur drei Monaten. Dortmunder Tierschützer befürchten, dass jemand hier ganz gezielt unliebsam gewordene Tiere entsorgt.

Achtung: Dieser Text enthält Bilder von toten Tieren, die Sie verstören könnten.

Der Anblick der toten Hunde ist schockierend. Wie lange genau sie im Dortmund-Ems-Kanal trieben, ist Spekulation – aber die Verwesung ist teils schon deutlich vorangeschritten. Das Fell großflächig abgelöst, die Augen völlig trübe.

Den ersten Hund holten die Tierschützer der Arche 90 nach einem Hinweis von Spaziergängern im Juni an der Kanalbrücke nahe der Ellinghauser Straße aus dem Wasser. Mitarbeiter der Hafenmeisterei zogen am 7. und 10. August im Bereich Schmiedinghafen und Industriehafen zwei weitere tote Hunde aus dem Kanal und informierten ebenfalls die Arche.

Ob die Tiere im Kanal ertrunken sind oder getötet wurden, lasse sich auch aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes nicht feststellen, so Gaby Bayer von der Dortmunder Tierschutzorganisation „Wir haben jedenfalls keine Verletzungen gefunden.“ Sie hat aber trotzdem einen eindeutigen Verdacht.

Drei tote Hunde trieben innerhalb von drei Monaten im Dortmund-Ems-Kanal. Die Tierschutzorganisation Arche 90 befürchtet, dass jemand hier absichtlich Tiere entsorgt. © Arche 90 © Arche 90

Häufung sehr ungewöhnlich

„Man hat den Eindruck, dass ja jemand seine Tiere entsorgt“, sagt sie. Allein der Umstand, drei Hunde innerhalb so kurzer Zeit tot im Kanal zu finden, sei ungewöhnlich. „Sonst kommt ein Einzelfall mal alle paar Jahre vor, es kann schon mal ein Hund dort ertrinken.“ Aber drei Tiere in drei Monaten – da gehen die Tierschützer schon von Absicht aus.

Die toten Hunde trieben wohl teils lange im Wasser, bevor sie entdeckt wurden. Dementsprechend ist die Verwesung weit fortgeschritten. © Arche 90 © Arche 90

Zumal die Tiere sich äußerlich ähneln: etwa kniehoch, dunkelbraunes Fell. Natürlich ist es Spekulation, aber denkbar sei, dass es sich um illegal gezüchtete Hunde handelt, die nicht verkauft werden konnten – und im Dortmund-Ems-Kanal brutal „entsorgt“ wurden, so Bayer.

Keine Hinweise auf Besitzer

Hinweise auf die Besitzer der Tiere habe man nicht entdeckt – sie hatten weder ein Halsband um noch waren sie gechipt. Auch im Tierheim Dorstfeld hätte man keine Hinweise gefunden, so Bayer. Hierher brachten die Tierschützer die Hunde – weil es dort einen großen Kühlraum zur Zwischenlagerung gibt, bevor die Kadaver endgültig in die Entsorgung gebracht wurden.

Eine Anzeige gegen Unbekannt habe man sich gespart – „das verläuft eh im Sande“, so Bayer. Aber sie hofft, dass vielleicht Spaziergänger Verdächtiges bemerkt haben und sich melden. Oder zumindest in Zukunft sensibilisiert sind, wenn sich am Kanal Ungewöhnliches tut und genauer hinschauen.

Ermittlungen sehr schwierig

Wie oft tote Hunde gefunden werden, dazu führt die Polizei keine Statistik, so Pressesprecher Sven Schönberg. Ohne einen Geschädigten – sprich: einen Besitzer – oder aber Zeugen seien Ermittlungen in solchen Fällen sehr schwierig. Im aktuellen Fall liegt keine Anzeige vor.

Rein strafrechtlich gesehen handele es sich um Sachbeschädigung. Möglicherweise auch um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – vorausgesetzt, man finde im Einzelfall heraus, wie die Tiere ums Leben kamen.

Hinweise gesucht

Zeugen können sich melden

„Wer hat in den geschilderten Zeiträumen etwas Verdächtiges an den Fundorten beobachtet? Wer kennt Hundehalter, deren Tiere plötzlich von heute auf morgen verschwunden sind?“, fragt die Arche. Hinweise werden telefonisch unter 0231/87 53 97 oder per Mail an info@arche90.de angenommen.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will

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