Dreiste „Müllentsorgung“ im Kreuzviertel: Abfall neben Recyclingcontainer abgeladen

rnWilde Müllkippen

Unbekannte haben Müll neben Recyclingcontainern im Kreuzviertel abgeladen. Jetzt liegt der Verdacht nahe, dass Gewerbetreibende hinter der wilden Müllkippe stecken.

Kreuzviertel

, 15.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sabine Lakei ist fassungslos über das, was sie am Montagmorgen (11. November) wieder gegenüber ihres Wohnhauses am Vinckeplatz sehen musste. Über Nacht hatten Unbekannte einen riesigen Berg an Pappkartons, Schuhen, Textilien und Sperrmüll vor den Altglascontainern auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgelegt.

Umgehend informierte die Anwohnerin die Dortmunder Entsorgungsbetriebe (EDG). Die schickten auch gleich Mitarbeiter raus, um die Schweinerei zu beseitigen.

Es war nicht das erste Mal, dass Sabine Lakei zum Hören greifen musste. Seit 2012 steht sie in regelmäßigen Kontakt mit der EDG, informiert die Entsorger über den Müll am Vinckeplatz. „Und das ist gut so, denn der Standort ist ein dauerhaftes Problem“, sagt EDG-Sprecherin Petra Hartmann.

Anwohner sind nicht die Verursacher

Das Problem sei laut Hartmann aber nicht auf die Anwohnerschaft zurückzuführen. Auch die Leerungsfrequenz der Container oder deren Aufnahmevolumen ist nicht die Ursache. „Dreimal die Woche werden die Papiercontainer geleert, die Glascontainer zweimal“, sagt die EDG-Sprecherin. Man habe einen Verdacht, wer die Verursacher seien.

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„Oftmals wird Bauschutt gefunden, leere Farbeimer, Renovierungsabfälle oder Metall. Daher gehen wir davon aus, dass es sich bei den Schmutzfinken auch um Gewerbebetriebe handeln könnte, die illegal Müll ablegen“, so Petra Hartmann. So hochproblematische Containerstandorte wie der am Vinckeplatz sollen künftig vermehrt von den Mülldetektiven observiert werden.

Anzeige muss gestellt werden

Petra Hartmann will die, die Zeugen einer illegalen Müllablage werden, auch dazu ermutigen, die richtigen Schritte einzuleiten, um die Umweltsünder zur Verantwortung zu ziehen: „Wer etwas sieht, der sollte gleichermaßen das Umweltamt der Stadt informieren sowie Anzeige stellen.“

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Dass die Verursacher wilder Müll-Kippen meist ohne strafrechtliche Konsequenzen davon kämen, sei oft dem Umstand geschuldet, dass sich Bürger davor scheuen würden, in Prozessen auszusagen.

Der EDG und der Stadt Dortmund ist es ernst damit, den illegalen Kippen endlich einen Riegel vorzuschieben. Als Konsequenz auf die Vielzahl der Taten in vergangener Zeit, wurde der Verwarn- und Bußgeldkatalog angepasst.

Für Umweltferkel wird's teuer

Die Geldstrafen mit denen Umweltverschmutzer jetzt zu rechnen haben, wurden drastisch angehoben. Wurden zum Beispiel für das Wegwerfen von Zigarettenstummeln bisher 15 Euro fällig, so kostet's nun 50 Euro, wenn man erwischt wird. Und wer Kaugummis auf den Boden spuckt, den erwarten 75 Euro Bußgeld.

Im Falle solcher Vorgänge wie am Vinckeplatz wird zukünftig noch viel drastischer durchgegriffen. Werden Müllmengen über 2 Kilogramm wild abgelegt, so können je nach Abfallart zwischen 200 und 2000 Euro fällig werden. „Auch ein einzelnes Teil kann richtig teuer werden. Wird jemand dabei beobachtet, wie er beispielsweise eine Autobatterie wegwirft, dann beträgt das Bußgeld 250 Euro“, sagt Hartmann.

Wildentsorgung unnötig

Dabei sei es auch überhaupt nicht nötig, seine Abfälle neben Depotcontainer zu stellen oder ins Grün zu werfen. „Selbst wenn jemand den Weg zum Wertstoffhof nicht zu den Öffnungszeiten antreten kann, gibt es genug kostenlose Angebote für eine Abholung des Mülls“, führt Hartmann aus.

Wenn die neuen Maßnahmen gegen die zunehmende Vermüllung Dortmunds greifen, sollte sich zukünftig nicht nur die Situation am Vinckeplatz verbessern.

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