Droht Dortmund ein Fettberg in der Kanalisation wie in London?

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In London hat zum wiederholten Mal ein tonnenschwerer Berg aus Fett und Küchenabfällen die Kanalisation verstopft. Wie groß ist in Dortmund das Problem mit abgespülten Küchenresten?

Dortmund

, 05.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 40 Tonnen schwerer „Fettberg“, so groß wie ein Doppeldecker-Bus, ist vor Kurzem in der Londoner Kanalisation gefunden worden. Drei Wochen lang waren Arbeiter damit beschäftigt, die riesige eklige Verstopfung zu beseitigen.

Schuld waren massenhafte Haushaltsabfälle, die illegalerweise in die Kanalisation abgespült wurden. Vor zwei Jahren gab es schon einmal dieses Problem - damals war der Klumpen sogar 130 Tonnen schwer und etwa 250 Meter lang.

? Wie groß sind die Probleme in Dortmund mit unerlaubt runtergespülten Abfällen?

„Es gibt damit so wenig Probleme, dass wir dies nicht separat erfassen“, beruhigt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Man wisse natürlich, dass einige Bürger ihre Essensreste über die Kanalisation entsorgen. Das führe aber nicht zu Verstopfungen der Kanalisation, allerdings zu einem stärkeren Rattenbefall.

? Drohen hier dennoch Verstopfungen der Kanalrohre und was wird dagegen getan?

Verstopfungen entstehen in Dortmund „fast ausschließlich“ in den Hausanschlussleitungen, erklärt Löchter. Dafür seien die Grundstückseigentümer selbst verantwortlich. Einleitungen aus Gastronomiebetrieben werden regelmäßig überwacht, gegebenenfalls werde dann der Einbau von sogenannten Fettabscheidern gefordert.

? Wie kann man gegen Ratten vorgehen?

Die Nager freuen sich über unerlaubte Abfallablagerungen oder achtlos weggeworfene Speisereste. Überfüllte, offene Mülltonnen und eben über die Toilette entsorgte Essensreste locken die Schädlinge an. „Gekochte Speisereste und tierische Abfälle gehören nicht auf den Kompost“, warnt die Stadtverwaltung. Weil Ratten Krankheiten übertragen können, müsse der Befall „in erträglichen Grenzen“ gehalten werden.

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? Wie groß ist der Aufwand, die Kanalisation zu reinigen?

Es gibt rund 80 sogenannte Pumpwerke in Dortmund, welche mindestens einmal im Monat kontrolliert und falls erforderlich dann auch gereinigt werden. Alle können übers Internet betrieben werden, sodass Fehler schnell auffallen sollen. Die Kosten, die durch illegale Abfälle anfallen, beziffert die Stadtverwaltung nicht. Das öffentliche Kanalnetz ist etwa 2000 Kilometer lang. Die Gesamtlänge aller privaten Leitungen wird auf das zwei- bis dreifache geschätzt..

? Wie entsorgt man vorbildlich einen Liter Speiseöl, zum Beispiel wenn etwas im Topf frittiert wurde?

Die Stadtverwaltung rät: Man sollte das Fett kalt werden lassen, in eine verschließbare Flasche füllen und dann in die Restmülltonne werfen.

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