DSW in der Kritik: Warum es zum Kirchentag bei der Stadtbahn nicht rundlief

rnEvangelischer Kirchentag

Der Kirchentag brachte den Stadtbahnverkehr an seine Grenzen. Es rollte „alles, was Räder hat“. Trotzdem gab es auch nach dem Schlussgottesdienst am Sonntag Probleme und viel Kritik.

Dortmund

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Viel Lob gab es für Dortmund und die Dortmunder nach dem Evangelischen Kirchentag - auch für freundliche Bus- und Bahnfahrer von DSW21, die während der fünftätigen Großveranstaltung im Dauereinsatz waren. Trotzdem stand DSW21 während und nach dem Kirchentag in der Kritik. Denn lange Wartezeiten und volle U-Bahnen gehörten für Kirchentagsbesucher, die zwischen Innenstadt und Westfalenhallen unterwegs waren, zum Alltag.

Engpässe an den Bahnsteigen

Neuralgische Punkte waren die Stadtbahn-Stationen am Hauptbahnhof und an den Westfalenhallen, dem Hauptveranstaltungsort des Kirchentags. Schon früh morgens am Donnerstag kam es vor allem am Übergang vom Bahnhof zur U-Bahnebene zu drangvoller Enge. So drangvoll, dass die Bundespolizei den Übergang für mehrere Stunden schloss.

Es wurde dann eine Umleitung eingerichtet. Auf den Bahnsteig kam man in Richtung Westfalenhallen nur über den nördlichen Zugang, wo der Zustrom dann geregelt wurde. Die Südtreppe war nur Ausgang.

Auf diese Weise wurde eine Überfüllung des Bahnsteigs verhindert. Zeitweise Staus im Tunnel allerdings nicht. Die Kirchentags-Besucher blieben geduldig. In sozialen Medien kursierte ein Video, in dem von einer großen Menschenmenge Lieder angestimmt wurden, um die Wartezeit zu überbrücken.

Begrenzter Wagenpark

Die Bahnen zwischen Westfalenhallen und Hauptbahnhof fuhren dann im dichten Takt, allerdings oft nur als Ein-Wagen-Züge. Denn der Wagenpark bei DSW21 ist sehr begrenzt. „Es rollte alles, was Räder hat“, erklärt DSW21.

Probleme gab es auch am Sonntag vor allem bei der Abreise zum Schlussgottesdienst, obwohl dazu mit 32.000 deutlich weniger Menschen in den Signal Iduna Park gekommen waren - möglicherweise auch eine Folge der vorhergehenden Warnungen vor übervollen Bahnen und den entsprechenden Erfahrungen der Kirchentagsbesucher.

Mit BVB-Konzept zum Stadion

DSW21 hatte zuvor angekündigt, ein BVB-Konzept zu fahren. Das heißt, in dichtem Takt die Stadtbahnstation Stadion direkt neben dem Signal Iduna Park anzufahren. Das Problem: Viele Kirchentagsbesucher waren am Abreisetag nach der Schließung der Gemeinschaftsquartiere mit großem Gepäck unterwegs. Die Kirchentagsorganisatoren hatten dazu die nicht mehr genutzten Veranstaltungszelten nördlich der Westfalenhallen an der B1 zu Gepäckdepots umfunktioniert.

Hier mussten also große Rucksäcke und Koffer nach dem Schlussgottesdienst wieder abgeholt werden. Die nächste Stadtbahn-Station in Richtung Hauptbahnhof war von dort aus allerdings nicht die Station Stadion, sondern Westfalenhallen. Und hier fuhren die Bahnen nicht im verstärkten Takt und überdies noch als Ein-Wagen-Züge.

DSW in der Kritik: Warum es zum Kirchentag bei der Stadtbahn nicht rundlief

Noch mehr als eine Stunde nach Ende des Schlussgottesdienstes gab es an der Stadtbahn-Station Westfalenhallen lange Warteschlangen. © Oliver Volmerich

Die Folge: Während die Bahnen am Stadion nur wenig gefüllt in dichter Folge mit Doppelwagen abfuhren, bildeten sich an der Stadtbahnstation Westfalenhallen wieder lange Warteschlangen. Es wurde mit Hilfe von Pfadfindern erneut eine „Blockabfertigung“ eingerichtet, bei der die Fahrgäste nur nach und nach auf den Bahnsteig gelassen wurden.

Zeitweise gesperrt werden musste auch die Stadtbahnstation Theodor-Fliedner-Heim in Stadionnähe. Hier fuhr die U42 nur im sonntäglichen 15-Minuten-Takt.

DSW in der Kritik: Warum es zum Kirchentag bei der Stadtbahn nicht rundlief

Pfadfinder organisierten die "Blockabfertigung" beim Zugang zur Stadtbahnstation Westfalenhallen. © Oliver Volmerich

DSW21 bestätigt auf Nachfrage die Beobachtung, dass mehr Besucher als gedacht die Haltestelle Westfalenhallen und die U42 genutzt hätten. „Wenn es keine festen Plätze und Eintrittskarten gibt, können die Besucherströme trotz sorgfältigster Planung bei Veranstaltungen dieser Art anders ausfallen als geplant“, heißt es auf Anfrage.

Aber hätte man da nicht flexilber reagieren und die Bahnen während der Abreisephase verstärkt zur Station Westfalenhallen statt zum Stadion fahren lassen müssen? Auf diese Frage gab es am Montag von DSW21 noch keine Antwort.

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