DSW21-Chef Pehlke kündigt Sparmaßnahmen an

RWE-Dividendenkürzung

Nach der angekündigten Dividendenkürzung des Energieversorgers RWE sehen sich die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) zu weiteren Sparmaßnahmen gezwungen. Dabei dürfe es laut DSW-Chef Guntram Pehlke "keine Tabuthemen" geben. Die Kürzung könnte auch der Stadt Probleme machen.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 20.09.2013 / Lesedauer: 2 min
DSW21-Chef Pehlke kündigt Sparmaßnahmen an

Muss sparen: DSW-Chef Guntram Pehlke.

DSW21 hält knapp 22,69 Millionen Stammaktien an der RWE AG. Von der Kürzung seien Privatanleger und kommunale Unternehmen gleichermaßen betroffen, so Pehlke: "Für DSW21 bedeutet das, dass wir im Geschäftsjahr 2013 aus 2012 -  wie geplant - eine Dividende von 2 Euro pro Aktie erhalten haben, insgesamt rund 38,8 Millionen Euro. Für 2014 wird sich dieser Betrag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit halbieren." DSW21 müsse deshalb die schon in der Vergangenheit eingeleiteten Sparbemühungen nicht nur fortsetzen, sondern verstärken, um den Ertragsausfall aufzufangen. Pehlke: "Dabei kann und darf es keine Tabuthemen geben." Wo der Hebel zum Sparen konkret angesetzt werde, darüber denke man jetzt nach, erklärte DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann.

Einfluss auf den städtischen Haushalt Auch für die Stadt Dortmund, die neben der indirekten Beteiligung über ihre Konzerntochter DSW21 direkt mit 1915 Stammaktien an der RWE AG beteiligt ist, wird die Dividendenkürzung Folgen haben. Weniger wegen ihrer direkten Beteiligung, sondern weil der RWE-Aktienbestand von  DSW21 auch zu Wertberichtigungen des städtischen Vermögens führen wird.

Das wiederum werde nicht ohne Einfluss auf die Allgemeine Rücklage der Stadt bleiben, hatte Kämmerer Jörg Stüdemann am Donnerstag im Finanzausschuss angekündigt. Wenn die Allgemeine Rücklage sinkt, steigt die Gefahr, in die Haushaltssicherung zu rutschen. Für DSW21-Chef Pehlke macht die Entwicklung bei RWE zwei Dinge deutlich: "Die verfehlte Energiemarktpolitik der Bundesregierung muss nach der Bundestagswahl zwingend korrigiert werden, um Verbraucher wie auch Unternehmen zu ent- statt zu belasten." Jetzt zahle sich aus, dass DSW21 mit seinen Ertragssäulen (Gelsenwasser, Steag) breiter aufgestellt sei als andere Stadtwerke.

Letzlich bleibe DSW21 dabei, so  Pehlke, dass die RWE-Aktien für das Unternehmen stets auch eine strategische Komponente hatten und auch unter dem Standortaspekt gesehen werden. Der Stadtwerke-Chef: "Insofern hat DSW21 immer die Langfristigkeit dieses Engagements im Fokus und daher auch schon in der Vergangenheit Dividendenausschüttungen erlebt, die sich deutlich oberhalb des heutigen Niveaus bewegten, aber auch ebenso auf ähnlichem Niveau wie dem jetzt angekündigten."

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