DSW21 kann wohl bis 2040 Dortmunds Nahverkehr betreiben

Keine privaten Wettbewerber

Jubel bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21): Es es sieht so aus, dass DSW21 bis 2040 Busse und Bahnen in Dortmund betreiben darf. Die Stadt hatte ihre geplante Direktvergabe an DSW im EU-Amtsblatt veröffentlicht - Bewerbungen privater Konkurrenten blieben aus. DSW stellte am Dienstag das vorläufige Ergebnis für 2016 vor.

DORTMUND

, 28.03.2017, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine alte Stadtbahn im Strassenbahndepot Dorstfeld: Die in die Jahre gekommene Dortmunder Stadtbahn-Flotte wird modernisiert.

Eine alte Stadtbahn im Strassenbahndepot Dorstfeld: Die in die Jahre gekommene Dortmunder Stadtbahn-Flotte wird modernisiert.

Ende 2018 endet der bestehende Nahverkehrsvertrag in Dortmund, wonach die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) Busse und Bahnen in der Stadt betreiben. Seit drei Jahren wird an einem neuen Vertrag gefeilt - die Stadt will per Direktvergabe weiterhin DSW21 mit der Abwicklung des Bus- und Bahnverkehrs beauftragen. Die geplante Direktvergabe hatte die Stadt im Dezember 2016 offiziell im Amtsblatt der Europäischen Union (EU) angezeigt. 

Private Konkurrenten konnten sich für Dortmunds Nahverkehr bewerben

Von Dezember 2016 bis Mitte März 2017 hatten private Konkurrenten Zeit, sich ihrerseits für den Betrieb von acht Stadtbahnlinien sowie 76 Buslinien in Dortmund zu bewerben. Das tat aber niemand. Nun ist die Frist verstrichen, "jetzt sind wir sehr entspannt", sagte am Dienstag DSW-Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke.

Nun läuft bei DSW21 die Gründung einer Holding, über die die Stadt künftig direkt Anweisungen an DSW geben kann. Das ist Voraussetzung für die Direktvergabe. Ende 2017 soll der neue Nahverkehrsvertrag an DSW vergeben werden, Mitte 2018 würde er in Kraft treten und 22,5 Jahre laufen, bis Ende 2040. 

Auf EU-Ebene könnte noch gegen das Modell geklagt werden, Pehlke hält es aber für "sehr stabil". 

Bei DSW21 steht für 2016 ein kleiner Gewinn von 3 Millionen Euro

DSW stellte am Dienstag das vorläufige Geschäftsergebnis für 2016 vor: Demnach steht ein kleiner Gewinn von 3 Millionen Euro (2015: -22 Millionen Euro), der insbesondere auf die Auflösung von Pensionsrückstellungen zurückzuführen ist. 2015 hatte DSW satte 43,6 Millionen den Pensionsrückstellungen zuführen müssen - das schlug sich im negativen Ergebnis deutlich nieder. 2016 bezeichnete Pehlke hingegen als "Jahr der Entspannung". 

DSW übernimmt (nach vorläufigen Zahlen) gute Ergebnisse von seinen Beteiligungen beziehungsweise Töchtern, unter anderem DEW21 (47,8 Millionen Euro), Gelsenwasser (33,7 Millionen), Steag (2,7 Millionen) und Dokom21 (5,7 Millionen). 11,2 Millionen Euro dagegen fehlen dem Aktionär DSW, weil RWE erneut keine Dividende ausschüttet. "Damit können wir leben", sagte Pehlke allerdings - denn RWE hat angekündigt, für 2017 wieder 50 Cent Dividende je Aktie zu zahlen, in den Folgejahren womöglich mehr. "Das ist eine verlässliche Prognose für die Zukunft", so Pehlke. 

"Nicht so fröhliche Jahre" voraus - DSW prüft Ausdünnung des Fahrplans

Das Geld benötigt DSW allerdings auch dringend: Denn durch die nötigen Pensionsrückstellungen und Investitionen in die Infrastruktur würden die Ergebnisse in den kommenden Jahren "nicht so fröhlich aussehen", sagte Pehlke. Sein Finanzdirektor Jörg Jacoby rechnet mit deutlichen Verlusten. 

Daher muss DSW weiter sparen. Man wolle etwa die IT oder Verwaltung an verschiedenen Stellen im DSW-Konzern "verschlanken", so Jacoby, also Stellen nicht nachbesetzen. 

Zudem müssen sich Fahrgäste darauf einstellen, dass DSW auch den Fahrplan ausdünnt oder dass auf einer Strecke weniger Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Gemeinsam mit der Stadt sehe man sich Linien und Zeiten und mache dazu in diesem Jahr "konkrete Vorschläge", sagte Pehlke.

Einen Eindruck davon, wie es ist, wenn weniger Fahrzeuge unterwegs sind, bekamen Fahrgäste im vergangenen Jahr, als Fahrzeuge auf der Ost-West-Strecke fehlten, weil sie in der Werkstatt standen. "Das war nicht schön", räumt Pehlke ein. 

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