DSW21 will die Führungsriege ausbauen

Vierter Vorstand

Bis zum Jahr 2018 sollen bei den Stadtwerken rund 30 Millionen Euro gespart werden. Gleichzeitig kursieren aber schon länger Überlegungen bei DSW21, die Führungsetage um einen vierten Vorstand zu erweitern. Und auch einen Kandidaten für den potenziellen Vorstandsposten "Finanzen" gibt es schon.

DORTMUND

, 17.08.2015, 12:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
DSW21 will die Führungsriege ausbauen

Ein vierter Vorstand für DSW21? Pläne dafür gibt es offenbar schon, obwohl die Stadtwerke sparen müssen.

Die Stadtwerke (DSW21) müssen sich zur Decke strecken. Seit 2013 läuft das Projekt „Zukunft“, mit dem 30 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 eingespart werden sollen. Trotzdem soll offenbar die Vorstandsriege ausgebaut werden. Nach unbestätigten Informationen ist bereits ein Kandidat für den potenziellen Vorstandsposten ausgeguckt: Jörg Jacoby, bislang DSW21-Finanzdirektor und seit Langem im Tandem mit Pehlke. 

Dementiert werden die Überlegungen nicht. Doch ein konkreter Entscheidungsbedarf sei zurzeit nicht erkennbar, teilte DSW21-Sprecher Wolfgang Herbrand auf Anfrage mit. Unternehmen und deren Organisationen seien keine statischen Gebilde. Herbrand: „Insofern steht auch die DSW21-Organisationsstruktur immer wieder auf dem Prüfstand.“ DSW21 wolle aber „seiner Linie treu bleiben und erst dann zu der Fragestellung kommunizieren, wenn konkrete Ergebnisse von Diskussions- und Prüfprozessen vorliegen“.

Man kann davon ausgehen, dass DSW21-Chef Guntram Pehlke – wenn überhaupt – erst nach seiner für den 29. September geplanten Wiederbestellung' tag=' mit einem entsprechenden Vorstoß in den 20-köpfigen Aufsichtsrat geht.

"Heftige Jahre" für DSW21

Und dort dürfte tatsächlich Diskussionsbedarf bestehen, angesichts der Herausforderungen und Risiken, mit denen sich DSW21 konfrontiert sieht. Pehlke selbst rechnete schon im März mit zwei „heftigen Jahren“' tag='. Niedrige Zinsen für Pensionsrückstellungen, das Klumpenrisiko in den energiewirtschaftlichen Beteiligungen (Gekko' tag=', Steag' tag=') sowie das strukturelle Defizit durch die wegbrechende  RWE -Rendite lassen die Lage wenig rosig erscheinen. Keine guten Voraussetzungen für einen vierten Vorstandsposten.

Die Politik reagiert noch zurückhaltend. Dort kennt man das Thema, wenn auch nicht offiziell. SPD-Fraktionschef Norbert Schilff erklärte auf Anfrage: „Um einen vierten Vorstand zu installieren, muss der jetzige Vorstand sehr gute Gründe vorbringen.“ Ähnlich äußern sich sein CDU-Pendant Ulrich Monegel („Das ist auf den ersten Blick erklärungsbedürftig“), Grünen-Sprecherin Ingrid Reuter („Da müssten wir erst sehen, inwieweit so etwas nötig ist und Sinn macht“) und von FDP/Bürgerliste Lars Rettstadt („In der jetzigen Situation müsste es sehr gute Gründe geben“).

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