Duelle am Brett «ungeheuer spannend»

01.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

«Die beste Partie war die von Kramnik gegen Naiditsch am Samstag», sagt Helmut Kuttnick, «die war ungeheuer spannend - einfach hervorragend.»

Vor 35 Jahren saß Kuttnick selbst am Brett, spielte gegen große Namen wie Spasski, Hecht und Westerinen, «damals noch am Teich im Westfalenpark.» Besonders das Match gegen Ulf Andersson ist ihm in Erinnerung geblieben: «Als reiner Amateur war ich sehr aufgeregt. Nach zwei Stunden bot er Remis an. Das habe ich sofort angenommen - da war ich schon stolz.»

Seit 50 Jahren spielt er in der ersten Mannschaft beim SV Dortmund 1875, am Sonntag setzte er den ersten Zug der Partie der ehemaligen Sieger Westerinen und Hort. Vom diesjährigen Chess Meeting hat der 76-Jährige keinen Spieltag verpasst: «Das war ein spannendes, schönes Turnier.»

«Es war eines Jubiläums würdig», zeigt sich auch Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe hoch zufrieden, «wir hatten das zweitstärkste Feld aller Zeiten - eine Tatsache, die uns erfreut und ein klein wenig stolz macht.»

3500 Besucher verfolgten die Züge der acht Großmeister auf der Bühne des Schauspielhauses, resümiert Kolbe: «Wir sind immer noch das publikumsträchtigste Turnier der Welt, dazu kommt die Übertragung via Internet, die etwa hundertmal so viele Menschen verfolgt haben.» Die neu eingeführte 15-minütige Verzögerung bei der Internet-Übertragung wertet Kolbe als Fortschritt. Damit sollen eventuelle Betrugsversuche ausgeschlossen werden. Kolbe: «Wir waren im Vorfeld nicht sicher, welche Reaktionen das hervorrufen würde. Doch die Spieler haben das sehr begrüßt, auch der deutsche Schachbund hat sich positiv dazu geäußert.»

Die spannendste Partie am Sonntag lieferten sich Weltmeister Wladimir Kramnik und Jewgeni Alexejew, die um den Turniersieg kämpften. Beide einigten sich auf ein Remis, was Kramniks Sieg bedeutete. Den Siegerpokal ziert ein Zeichen der Verbundenheit zwischen dem Schachsport und unserer Stadt: das «Turmsiegel», das älteste Siegel Dortmunds. Auch als Ausblick in die Zukunft, wie Gerd Kolbe bei seiner gestrigen Begrüßung versicherte: «Im nächsten Jahr wird es hier auf gleichem Niveau weitergehen.» tag

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