Edeka-Markt auf der grünen Wiese rückt näher - Bürger entscheiden in Kürze über neue Klage

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Der umstrittene Bau des Edeka auf der Frerichwiese gegenüber dem Schulte-Witten-Haus rückt näher. 2021 könnte Eröffnung sein. Es sei denn, Bürger ziehen erneut vors Gericht.

Dorstfeld

, 21.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das jahrelange Hinundher um den geplanten, aber eben umstrittenen Bau des Edeka-Marktes auf der Frerichwiese an der Kreuzung Dorstfelder Hellweg/Arminiusstraße nähert sich dem Ende. Nickt der Rat am Donnerstag, 4. Juli, den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan ab, ist der Weg frei. Die Bezirksvertreter in der westlichen Innenstadt jedenfalls wünschen die Ansiedlung – äußern aber auch Bedenken.

CDU-Fraktionschef Jörg Tigges möchte sichergestellt wissen, „dass aus dem Vollversorger nicht doch ein Discounter wird.“ Im Beschlussvorschlag der Verwaltung sei von einem „Supermarkt“ die Rede. Im Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor, der Einkaufsmarkt Dortmund-Dorstfeld GmbH in Braunschweig, tauche der Begriff nicht mehr auf. „Da kann am Ende genausogut Penny hinkommen“, meinte Tigges. Das gelte es zu verhindern. Ein Missverständnis?

In § 4 des Vertrages ist das Vorhaben konkret geregelt – und wörtlich von einem „Vollsortimenter“ die Rede. SPD-Fraktionschef Olaf Meyer macht sich weniger Sorgen. „Wir teilen die Ängste nicht“, sagte er, regte aber an, dem Rat die Bedenken aus dem Vorort schriftlich mitzuteilen. Vom Investor war gestern (Freitag, 21.6.) keine Stellungnahme zu erhalten.

Bürger meinen, dass von Frerichwiese nicht viel übrigbleibt

Gibt es keine weiteren Verzögerungen, könnte der Edeka-Markt 2021 eröffnen. Geplant sind 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche, insgesamt soll die Einzelhandelsimmobilie 1950 Quadratmeter groß werden. Hinzu kommen 70 Stellplätze und mindestens 13 Fahrradplätze. Für die Interessengemeinschaft (IG) „Dorstfeld Aktiv“ steht fest, dass von der Frerichwiese nicht viel übrigbleibt. Der IG war es 2014 mit einer Klage gelungen, den Bau eines Rewe-Marktes an gleicher Stelle zu kippen. Der Edeka sei sogar noch größer dimensioniert, so IG-Mitglied Rainer Schwalm auf Anfrage. Ob die IG erneut vor Gericht zieht, ließ Schwalm offen: „Wir entscheiden kommende Woche." Im Falle einer Klage wäre der Zeitplan über den Haufen geworfen – und die Eröffnung in weite Ferne gerückt.

Täglich werden 2050 Autos erwartet

Gutachter rechnen damit, dass der Supermarkt von täglich 2050 Autos angesteuert wird - mit Zu- und Abfahrten an der Arminiusstraße und an der Spicherner Straße. Da die Einfahrt an der Arminiusstraße nahe der Gutenberg-Grundschule liegt, wird der Investor verpflichtet, die Gehwegüberfahrt deutlich zu kennzeichnen. Offen ist, wie lange die Parkplätze von Kunden genutzt werden können, die auch noch in andere Geschäfte wollen. Der Investor will die Parkdauer auf eine Stunde begrenzen. Die Stadt hat ausgehandelt, nach Ablauf eines Jahres darüber noch einmal zu reden.

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