Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Paukenschlag bei der EDG: Arbeitsdirektor Wolfgang Birk (56) muss gehen. Besonders pikant: Der Vorstoß für diesen Schritt kam ausgerechnet aus den Reihen der Arbeitnehmer.

Dortmund

, 27.06.2018 / Lesedauer: 3 min

Birk war bereits im Vorfeld per Telefon über seine geplante Abberufung ins Bild gesetzt worden. Der Anruf erreichte ihn tags zuvor in Berlin.

Bianca Herrmann, neue Betriebsratsvorsitzende der Entsorgung Dortmund (EDG), ließ ihren Arbeitsdirektor wissen, dass aus Sicht der Arbeitnehmerseite „keine vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mehr gegeben sei.

Birks Vertrag läuft bis 2021

Sie kündigte an, die Arbeitnehmer würden in der Aufsichtsrats-Sitzung am Mittwoch beantragen, ihn, Birk, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden. Und so kam es auch: Der 12-köpfige Aufsichtsrat schloss sich dem Antrag der Arbeitnehmer einstimmig an.

„Ich bin fassungslos“, sagte Birk auf Anfrage. „Die wissen gar nicht, was sie tun.“ Es gebe keinen Grund, ihm den Stuhl vor die Tür zu setzen, sagte Birk. Er vermute „eine Intrige“ hinter dem Vorgang. „Ich werde jetzt einen Anwalt zu Rate ziehen.“ Birk war selber ehemaliger Betriebsratsvorsitzender der Stadt-Tochter EDG, bevor er im April 2011 sein Amt als Arbeitsdirektor antrat.

Sein Vertrag läuft noch bis April 2021. So ungewöhnlich es ist, dass ausgerechnet Arbeitnehmer ihren Vertreter in der dreiköpfigen Geschäftsführung der EDG abziehen: Völlig überraschend kommt der Vorstoß nicht. In einigen Teilen der Arbeitnehmerschaft (insgesamt 760) gärte es seit Längerem.

Birk hatte sich zuletzt beklagt, von bestimmten Informationen abgeschnitten zu werden. Seine Versuche, im Rathaus und in der Politik auf vermeintliche Missstände bei der EDG aufmerksam zu machen, wurden von seinen Gesprächspartnern als „Illoyalität“ ausgelegt.

Nachfolger ist schon im Gespräch

Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Schilff (zugleich Chef der SPD-Ratsfraktion) wies darauf hin, man habe „mehrfach klargestellt“, dass die Besetzung der Geschäftsführerposten Sache der EDG-Gesellschafter bzw. der Politik sei. Der Arbeitsdirektor hingegen habe sich um betriebliche Belange der Mitarbeiter zu kümmern. Es sei auch das „alleinige Recht der Arbeitnehmer“ zu bestimmen, wer ihr Arbeitsdirektor sein solle.

Laut Schilff soll der Posten neu besetzt werden. Als Nachfolger wird unter Arbeitnehmern bereits Bastian Prange gehandelt: Prange ist Gewerkschaftssekretär bei Verdi und sitzt im EDG-Aufsichtsrat. Er war trotz mehrerer Versuche nicht zu erreichen.

Kleine Pro-Birk-Demo vor der EDG-Zentrale

Ein Teil der Arbeitnehmer reagierte verärgert über die Abberufung von Birk und wollte die Aufsichtsräte mit einer Demo vor der EDG-Zentrale am Sunderweg empfangen. Doch die Aufsichtsräte kamen nicht: Sie hatten die Sitzung zu den Stadtwerken an der Deggingstraße verlegt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Ruhr Nachrichten Städtische Grünpflege

Stadtmitarbeiter wollen nicht zur EDG wechseln

Die EDG soll dem Wildwuchs an den Straßen zu Leibe rücken. Mit welchem Personal, ist offen: Die Grünpfleger der Stadt jedenfalls zeigen wenig Interesse, ihren Brötchengeber zu wechseln. Von Gregor Beushausen

Lesen Sie jetzt