Ehemalige FDP-Frontfrau wechselt zur CDU

Dr. Annette Littmann

Paukenschlag in der bürgerlichen Polit-Szene: Dr. Annette Littmann, bis Mai 2010 knapp sechs Jahre Vorsitzende der Ratsfraktion FDP/Bürgerliste und ehemalige OB-Kandidatin, ist aus der FDP aus- und in die CDU eingetreten.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 27.08.2012, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ehemalige FDP-Frontfrau wechselt  zur CDU

Dr, Annette Littmann.

Littmann ist bereits am 10. Juli dieses Jahres bei den Liberalen ausgetreten und hatte in der vergangenen Woche den Aufnahme-Antrag bei der CDU eingereicht. Zu ihren Beweggründen erklärte sie: "Der Prozess der Entfremdung hatte im Oktober 2009 begonnen, der zunächst zur Niederlegung des Ratsmandates im Mai 2010 führte. Ausgetreten bin ich jetzt nach einer längeren Selbstprüfungsphase, weil die FDP einfach nicht mehr ,meine Partei' ist." Das betreffe nicht nur die Inhalte, sondern auch das Führungspersonal und parteiinterne Strukturen.

Da sie sich dennoch weiter politisch engagieren wolle, so Littmann, sei sie in die CDU eingetreten. Dort glaube sie, eine politische Heimat zu finden. Die Grundsätze von Freiheit und Verantwortung  in einer sozialen Marktwirtschaft ließen sich in der CDU eher durchsetzen. Zudem habe sie den Eindruck, dass "das Führungspersonal einen breiten Querschnitt  der Bevölkerung darstellt".Ihr neues politisches Engagement will Littmann nicht auf die Kommunalpolitik begrenzt sehen. Die Diplom-Kauffrau, die  bei einem börsennotierten Unternehmen als Managerin für Investor Relationship und Public Relation tätig ist: "Spannend finde ich vor allem Themen, von denen ich auch beruflich etwas verstehe: Wirtschaft und Finanzen. Das können auch Fragen über die kommunale Ebene hinaus sein.

Ist sie nicht angesichts des Wahlergebnisses von Sonntag, bei dem die bürgerlichen Parteien deutlich verloren haben, desillusioniert? Lohnt sich der Einsatz überhaupt. "Gerade deshalb", meint Littmann, "auch wenn ich die CDU-Mitgliedschaft vor der Wahl beantragt habe, finde ich ein Engagement nach dem - katastrophalen - Ergebnis umso wichtiger und richtiger.  Und ich betrachte politisches Engagement auch nicht als Grundlage für eine Berufskarriere." Littmann war in der Zeit als Fraktionschefin von FDP/Bürgerliste das Gesicht der Dortmunder FDP, führte sie bei der Kommunalwahl 2009 auf 6,3 Prozent.  Politische Gegner zollten ihr bei ihrem überraschenden Rücktritt 2010 vollen Respekt. Der damalige grüne Fraktionssprecher Mario Krüger meinte: "Die FDP verliert ihre Vordenkerin." SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse sagte: "Der Rat verliert eine profilierte Oppositionspolitikerin, die immer wieder den Finger in echte und vermeintliche Wunden gelegt hat."      

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