Ehrung ohne Pomp für Vitali Klitschko

Laureus Award

DORTMUND 2007 blickte die Sportwelt ins Hotel de Paris nach Monte Carlo, 2008 versammelte sich die Prominenz in der festlichen Mariinsky Concert Hall von St. Petersburg. Diesmal hieß es: Willkommen im Inhouse in Dortmund. Willkommen zum „Laureus Award“ für das Comeback des Jahres.

von Von Petra Nachtigäller und Thomas Schulzke

, 19.06.2009, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Edwin Moses, Award-Träger Vitali Klitschko und Boris Becker beim Fototermin.

Edwin Moses, Award-Träger Vitali Klitschko und Boris Becker beim Fototermin.

Katarina Witt ließ sich kurzfristig entschuldigen, Fieber fesselte sie ans heimische Bett in Berlin. Dafür war Vitali da, Vitali Klitschko, der zu Ehrende, und der war tatsächlich mächtig geehrt, auch wenn diesmal nicht, wie beim Laureus in den vergangenen zehn Jahren gewohnt, ein roter Teppich ausgerollt wurde. „Die Zeiten sind nicht danach, große Feste zu feiern“, ließ Laureus-Geschäftsführer Anders Sund Jensen das Auditorium zu Beginn wissen. So filmten, fotografierten und schrieben 65 Journalisten, angereist aus der ganzen Republik, eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Vitali war’s egal. Der 37-Jährige – schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte – nahm im Blitzlichtgewitter strahlend die silberne Trophäe in seine großen Boxerhände, sagte, er sei „sährrr glucklich, mochte mich bedanken für grrrroße Ehre“. Das Laureus-Komitee, das Auszeichnungen in insgesamt sieben Kategorien verleiht, würdigte Klitschkos erfolgreiche Rückkehr zwischen die Ringseile.

Sein Sieg gegen den Nigerianer Samuel Peter im Oktober 2008 machte Klitschko zum vierten Faustkämpfer der Geschichte nach Muhammad Ali, Evander Holyfield und Lennox Lewis, der zum dritten Mal einen Schwergewichtstitel gewann. „Dieser Preis ist ein Höhepunkt meiner Karriere“, ließ der Ukrainer, der mit einer K.o.-Bilanz von 97,2 Prozent als größter Puncher aller Zeiten gilt, alle wissen. Boris Becker schaute den Box-Riesen lächelnd von der Seite an, sagte dann: „Vitali verdient diese Auszeichnung, er ist ein großer Kämpfer und ein phantastischer Champion“. Immerhin schlug der Riese – natürlich nur rein symbolisch – u.a. Gewichtheber Matthias Steiner und die Golfer Greg Norman und Tiger Woods aus dem Feld der nominierten „Comebacker“. Mit dem großen Wort eines großen Mannes schloss der große Klitschko die Ehrung im kleinen Kreis: „Nelson Mandela hat gesagt: Sport hat die Kraft, die Welt zu ändern“. Für diese Botschaft brauchte es –  auch in Dortmund – keinen roten Teppich 

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