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Eichenprozessionsspinner „belagern“ Schürener Kindertagesstätte

rnEichenprozessionsspinner

Ein privater Eigentümer, eine Elterninitiative und davor eine Eiche, in der sich der Eichenprozessionsspinner eingenistet hat. Guter Rat ist teuer. Wer hilft?

Schüren

, 06.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die große Eiche vor dem Kindergarten an der Niergartenstraße in Schüren war bisher unauffällig. Grün eben und Schatten spendend steht der Baum im Eingangsbereich der Kita, direkt an dem vorbeiführenden Bürgersteig.

Auffällig geworden ist der grüne Nachbar dann durch seine neuen Untermieter. Und zwar Untermieter der übelsten Sorte. Der Eichenprozessionsspinner hat sich breit gemacht im Schutz des dichten Laubes. Die Entdeckung der Raupen war eher zufällig. „Es hatte sich ein Schild am Baum gelöst und wir wollten es wieder anbringen“, sagt Stefanie Meinelt, Leiterin der Einrichtung. Das, was am Mittwoch (5.6.) zunächst aussah wie Spinnweben an der Rückseite des Schildes, entpuppte sich dann als Gespinst des Eichenprozessionsspinners.

Eine Gefahr, gerade für Allergiker

„Wir wussten erst gar nicht, was wir machen sollten“, sagt Stefanie Meinelt. Denn das Problem bei einem Befall der stark beharrten Raupen, sind eben deren Haare. Die lösen sich durch den Wind und können bei Mensch und Tier allergische Reaktionen auslösen. Gerade in größeren Dosen sind die Haare ziemlich gefährlich. Vor allem für starke Allergiker.

Eichenprozessionsspinner „belagern“ Schürener Kindertagesstätte

Eine der Prozessionsspinner-Raupen, die in der Eiche vor der Kita lebt. Die Haare lösen Allergien aus. © Jörg Bauerfeld

Neben Juckreiz und Pusteln können dabei Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut auftreten. Das Einatmen der Haare kann zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. „Ich habe das sofort gespürt, da ich eh ziemlich allergisch reagiere und mein Büro zum Baum raus habe“, sagt Stefanie Meinelt. Aber nicht nur die Kita-Leitung hatte Probleme. Auch bei drei Kindern sorgte die Nachbarschaft zu den Eichenprozessionsspinnern für Hautreaktionen.

Eltern wurden sofort informiert

„Wir haben die Eltern sofort informiert und sie können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita schicken möchten“, sagt Meinelt. Die Versuche, bei der Stadt Dortmund Hilfe zu bekommen, schlugen schnell fehl. Auch das Gesundheitsamt konnte da nicht weiterhelfen. Laut Stefanie Meinelt gab es von beiden Behörden die Botschaft: „Dann machen sie das Ding doch einfach zu.“ Privater Träger, private Einrichtung gleich private Kosten bei der Bekämpfung des Insekts.

Eichenprozessionsspinner „belagern“ Schürener Kindertagesstätte

Die Eiche steht genau vor der Kita und damit auf privatem Grund. © Jörg Bauerfeld

Jetzt ist es so, dass die Kita „Kleine Raupe“, dem Bauunternehmen Derwald gehört. Und der Seniorchef, Walter Derwald, ist jemand, der nicht lange fackelt, sondern anpackt. Als erste Maßnahme wurde die Eiche vor der Kindertagesstätte mit Absperrbaken so großflächig wie möglich abgesperrt.

Die Mitarbeiter des Kindergartens brachten große Schilder mit der Aufschrift „Achtung! Eichenprozessionsspinner am Baum“ an. „Das haben wir gemacht, weil der Baum ja auch auf Bürgersteig und Straße ragt. Um die Bürger zu warnen, die dort an der Straße entlang gehen“, sagt Stefanie Meinelt.

Firma Derwald kümmert sich um Schädlingsbekämpfer

Aber wie geht es jetzt weiter? „Ich habe gerade mit dem sogenannten Krisenmanager des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund gesprochen“, sagt Walter Derwald. „Der hat mir vollmundig gesagt, die Baumkrone rage zwar mit dreißig bis vierzig Prozent über die Niergartenstraße, aber der Baum stehe auf unserem Grundstück. Also sei es meine Angelegenheit.“

Man sei jetzt dabei, die Spezialfirma aus Bottrop, die auch für die Stadt Dortmund tätig ist, an die Niergartenstraße zu bekommen. „Wir stehen im ständigen Dialog mit dem Kindergarten“, sagt Walter Derwald. Der Haupteingang, an dem der Baum steht, ist erst einmal geschlossen worden, die Kinder betreten die „Kleine Raupe“ jetzt durch den Hintereingang.

Draußen spielen dürfen die Kinder des Kindergartens in Schüren im Moment nicht. Auch die Fenster bleiben zu. „Wir werden jetzt den Auftrag an einen Schädlingsbekämpfer so schnell wie möglich herausgeben“, sagt Walter Derwald. Und man hoffe, dass sich die Lage mit den Eichenprozessionsspinner dann in der nächsten Woche erledigt hat.

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