Video: Wie der Eichenprozessionspinner in Dortmund bekämpft wird

rnGefährliche Raupe

In rund 1800 Fällen musste die Stadt Dortmund 2019 ausrücken, um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen. Das soll dieses Jahr nicht passieren. Drei Mittel sollen der Raupe den Garaus machen.

Dortmund

, 20.05.2020, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einigen Städten habe man sogar versucht, die Raupen des Eichenprozessionsspinners „mit Flammenwerfern“ auszumerzen, merkte OB Ullrich Sierau am Dienstag (19.5.) an der Grünanlage Am Braucksweg in Brackel an.

An einem Baum mit fünf Nestern demonstrierten die Mitarbeiter des Grünflächenamtes, wie sie den Raupen, deren Brennhaare Atemnot und allergische Schocks auslösen können, zu Leibe rücken: Die chemische Keule bleibt im Schrank. Dafür rücken die Teams vom Grünflächenamt mit Schutzanzügen, Hubwagen und mechanischen Saugern an, um die Nester von den Stämmen ziehen.

OB Sierau lässt „lieber die Profis machen“

Die Saison hat begonnen; die Raupen schlüpfen im Frühjahr bei hohen Temperaturen. Gefragt, ob er sich persönlich am Sauger versuchen wolle, zog es OB Sierau vor, „das lieber die Profis vom Grünflächenamt machen zu lassen“. Dem OB blieb die Rolle, die Szene mit dem Handy zu fotografieren.

Tatsächlich will sich die Stadt nicht mehr von der gefährlichen Raupe überraschen lassen. Gewappnet mit den Erfahrungen aus 2019, hat sich die Verwaltung eine Strategie zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners überlegt. Der Einsatz eines Saugers ist ein Bestandteil. Hinweise aus der Bürgerschaft sind höchst willkommen. „Die Bürger sind unsere Augen und Ohren“, sagt Lars Terme vom Grünflächenamt.

Endstation Müllverbrennung

Wer Nester findet, kann sich über die E-Mail-Adresse raupenmelder@dortmund.de (möglichst mit einem Foto des Baumes) oder unter der Rufnummer 0231/50 16 32 0 melden. Bislang seien 55 Hinweise eingegangen, sagt Terme. In 60 Prozent der Fälle war es allerdings Fehlalarm. „Die meisten davon konnten wir schon anhand der Fotos identifizieren“, sagt Terme.

Priorität haben Bäume in der Nähe von Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen. Im Gegensatz zu 2019 sollen im gesamten Stadtgebiet aber keine Gebiete mehr gesperrt werden: Die Stadt will die Bürger nur noch mit Hinweistafeln warnen.

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Der Sauger soll dort zum Einsatz kommen, wo andere Gegenmaßnahmen wirkungslos bleiben. Ein Gegenmittel sind Kohlmeisen. Sie gelten als natürliche Feinde der Raupen. Deshalb sollen an allen Kindertageseinrichtungen, im Hoeschpark und im Zoo Nistkästen für hungrige Kohlmeisen aufgehängt werden.

Als drittes Gegenmittel sollen unter anderem im Fredenbaumpark, im Volksgarten Mengede und auf dem Friedhof in Wischlingen spezielle "Lebendfallen" an den Baumstämmen installiert werden: Das können Kleberinge sein, aber auch mit Lockstoffen angereicherte Kunststoffsäcke, in denen sich die Raupen sammeln und anschließend in einer Müllverbrennungsanlage landen.

Ob die Fallen funktionieren? „Wir werden Statistik führen und die Ergebnisse auswerten“, sagt Grünflächendezernent Arnulf Rybicki.

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