Eichenprozessionsspinner: Alle Schulen im Stadtbezirk Aplerbeck sind wieder raupenfrei

rnSchulen in Aplerbeck

Wo die giftigen Raupen auftauchen, herrscht Alarm. Nach dem Unterrichtsausfall an der Friedrich-Ebert-Grundschule, der Emscherschule und der Albrecht-Dürer-Realschule wurde schnell gehandelt.

Schüren, Aplerbeck

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die gute Nachricht (oder für manche Schüler vielleicht die schlechte) vorweg. Am Dienstag (9.7.) ist wie gewohnt Unterricht an der Friedrich-Ebert-Grundschule an der Bergmeisterstraße in Schüren. Auch an den beiden weiterführenden Schulen an der Schweizer Allee in Aplerbeck sind die Raupen beseitigt worden. Auch hier findet am Dienstag (9.7.) der Unterricht wieder statt.

Wir werfen den Blick nach Schüren: Hier sind die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners mittlerweile verschwunden von dem alten Baum vor der Eingangstür der Grundschule. Mitarbeiter der Stadt Dortmund sind am Montag (8. Juli) gegen 10 Uhr mit Schutzanzug, Hubwagen und Sauger angerückt und haben die Nester entfernt.

Kinder waren gut informiert

Am Freitag (5. Juli) wurde die Nachricht an der Schürener Schule bekannt. Schulleiterin Rita Mölders reagierte sofort, verständigte Stadt, Schulamt, Eltern und Medien und sagte den Unterricht für Montag ab.

Eichenprozessionsspinner: Alle Schulen im Stadtbezirk Aplerbeck sind wieder raupenfrei

Die Schulleiterin Rita Mölders im Gespräch mit einem städtischen Mitarbeiter © Jörg Bauerfeld

Aber wie lief es so am Montag? Hatten alle Kinder frühzeitig Bescheid bekommen und sich den Weg zur Schule gespart? Wir haben an der Friedrich-Ebert-Grundschule vorbeigeschaut und bei Schulleiterin Rita Mölders einmal nachgefragt. „Es waren nur 10 Kinder da heute Morgen - und um die haben wir uns dann auch gekümmert“, sagt die Schulleiterin.

Dank E-Mails und WhatsApp verbreitete sich die Nachricht von dem befallenen Baum vor der Grundschule in Windeseile. Viele Eltern hätten auch ganz nett per Mail zurückgeschrieben. „Glücklicherweise hat am Freitag eine junge Frau das Nest am Baum bemerkt und sofort Bescheid gesagt“, so Mölders. Sie hat direkt die Feuerwehr alarmiert. Die hat der Schulleiterin geraten, den Baum großflächig abzusperren.

Der gesamte Baum wird abgesucht

Gesagt, getan. „Ich bin dann zum Baumarkt gefahren und habe das Flatterband besorgt“, sagt Rita Mölders. „Wir hatten zwar noch etwas an der Schule, aber nicht genug.“ Die Schulleiterin hat dann die Nachbarn informiert, denn der Schulhof der Friedrich-Ebert-Grundschule ist frei zugänglich.

Dann ging es darum, Kontakt mit der Stadt herzustellen - das klappte aber am Wochenende nicht mehr. „Ich habe dann entschieden, den Unterricht erst einmal für den einen Tag abzusagen“, sagt Rita Mölders. Jetzt ist der Vorteil an der Friedrich-Ebert-Schule, dass sich auf dem Gelände lediglich eine Eiche befindet. Und die suchten schließlich Mitarbeiter der Stadt Zentimeter für Zentimeter nach den gefährlichen Raupen ab.

„Die Stadt hat sehr schnell reagiert. Nachdem ich Montagmorgen jemanden erreichen konnte, kamen auch schon die Mitarbeiter, um die Raupen zu entfernen“, sagt Rita Mölders. Mit einem Hubwagen, Schutzanzug und Staubsauger ging es dann den „Viechern“ an den Kragen. Zu sehen war auf Anhieb nur ein recht kleines Nest, das habe aber nichts zu sagen, so einer der städtischen Mitarbeiter.

Schon bis zu 35 Nester an einem Baum gefunden

Man habe in einer Eiche schon bis zu 35 dieser Nester gefunden, daher müsse der gesamte Baum abgesucht werden. Die Raupen werden im Übrigen in einen Behälter gesaugt, der später in einen größeren Container umgefüllt wird. Mit dem „Sondermüll“ geht es dann zu einer Müllverbrennungsanlage.

Eichenprozessionsspinner: Alle Schulen im Stadtbezirk Aplerbeck sind wieder raupenfrei

Hier enden die Prozessionsspinner-Raupen - in einem speziellen Staubsaugerbehälter. © Jörg Bauerfeld

„Ich hatte erst überlegt, ob der Aufwand mit der Schulschließung nicht zu groß ist“, sagt Rita Mölders. „Dann habe ich mir aber gesagt, dass die Gesundheit vorgeht.“ Dass die Entscheidung richtig war, macht auch noch einmal ein städtischer Mitarbeiter deutlich: „Eine Raupe hat über 30.000 Härchen, die sie bis zu 200 Meter weit schießen kann“. Und der, der sie abbekommt, hat oft mit allergischen Reaktion zu kämpfen. An der Schürener Grundschule war dies zum Glück noch nicht der Fall.

Lesen Sie jetzt