Ein Amokläufer aus Körne tötete drei Polizisten

Vor zehn Jahren

Der 14. Juni 2000 begann für Polizeikommissar Thomas Goretzki und seine Kollegin Nicole Hartmann wie jede Frühschicht auf der Wache in Asseln mit einer Streifenfahrt. Was nach einem Routineeinsatz aussah, endete mit drei kaltblütigen Morden.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 14.06.2010, 10:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

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Rückblick - Die Polizistenmorde am 14. Juni 2000

Vor zehn Jahren, am 14. Juni 2000, tötete ein Amokläufer in Dortmund und Datteln die drei Polizisten Thomas Goretzki, Yvonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz. Der psychisch kranke Täter Michael Berger besaß ein Arsenal an schweren Waffen und Munition. Auf seiner Flucht tötete er sich auf einem Feldweg in Olfen.
12.06.2010
/
Der Tatort wenige Minuten nach den tötlichen Schüssen: Rettungsdienst, Notärzte und Polizisten sind im Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt - gegen 10 Uhr - war noch völlig unklar, wer und wo der Täter ist.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Polizeiwache im Dortmunder Stadtteil Asseln: Hier versah Thomas Goretzki den Dienst.© Foto: Peter Bandermann
Der Untere Graffweg in Dortmund-Brackel ist eine kleine Seitenstraße.© Foto: Peter Bandermann
Der Tatort Unterer Graffweg in Dortmund-Brackel: Der Polizeibeamte Thomas Goretzki starb hier am 14. Juni 2000. Seine Streifenkollegin konnte sich durch einen Sprung aus dem Auto retten. Zwischen den Blumen über der Mauer erinnert eine Gedenktafel an den ermordeten Polizeibeamten von der Wache im Nachbarstadtteil Asseln.© Foto: Peter Bandermann
Sanitäter und Ärzte kämpften auf dem Gehweg am Unteren Graffweg vergeblich um das Leben des in seinem PKW getroffenen Polizisten.© Foto: Nils Foltynowicz
Der Tatort am Unteren Graffweg wenige Minuten nach der Tat. Hier starb am 14. Juni 2000 ein Polizist, eine Kollegin wurde schwer verletzt.© Foto: Nils Foltynowicz
Einsatzfahrzeuge am Tatort. Der Streifenwagen mit der geöffneten Tür ist der Wagen, auch den der Mörder Michael Berger die Schüsse abgegeben hatte.© Foto: Nils Foltynowicz
Der Streifenwagen mit dem Kennzeichen DO - 3369 war dem bewaffneten BMW-Fahrer gefolgt, der auf einer Hauptstraße deshalb aufgefallen war, weil er sich nicht angeschnallt hatte. Ein Routineeinsatz für Polizisten.© Foto: Nils Foltynowicz
In diesem Haus am Körner Hellweg in Körne wohnte der Mörder Michael Berger. In seiner Wohnung entdeckten Polizisten gefährliche Waffen und Dokumente, die auf das rechtsradikale Gedankengut des Schützen schließen ließen.© Foto: Nils Foltynowicz
© Foto: Frank Bock
Der Fluchtwagen von Michael Berger wurde auf einem Feldweg in Olfen entdeckt.© Foto: Frank Bock
© Foto: Frank Bock
Der Feldweg in Olfen: Hier hatte sich der Polizistenmörder Michael Berger selbst getötet.© Foto: Frank Bock
Ein Rettungshubschrauber steht auf einem Feldweg in Olfen - hier richtete sich der Polizistenmörder in seinem Fluchtwagen.© Foto: Frank Bock
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Gedenkstätte am Unteren Graffweg in Dortmund-Brackel.© Foto: Nils Foltynowicz
Am Tatort in Dortmund-Brackel richteten Polizisten eine Gedenkstätte ein, die später von Neonazis geschändet wurde. Weil der psychisch kranke Mörder Michael Berger Dokumente mit rechtsradikalen Inhalten besaß, vereinnahmte die Neonaziszene ihn für sich.© Foto: Nils Foltynowicz
Blumen am Tatort.© Foto: Nils Foltynowicz
Kerzen am Dortmunder Polizeipräsidium.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Gedenktafel erinnert auch heute an den 14. Juni 2000. Auch heute halten noch oft Polizeistreifen an diesem früheren Tatort,© Foto: Peter Bandermann

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Rückblick - Die Polizistenmorde am 14. Juni 2000

Vor zehn Jahren, am 14. Juni 2000, tötete ein Amokläufer in Dortmund und Datteln die drei Polizisten Thomas Goretzki, Yvonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz. Der psychisch kranke Täter Michael Berger besaß ein Arsenal an schweren Waffen und Munition. Auf seiner Flucht tötete er sich auf einem Feldweg in Olfen.
12.06.2010
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Der Tatort wenige Minuten nach den tötlichen Schüssen: Rettungsdienst, Notärzte und Polizisten sind im Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt - gegen 10 Uhr - war noch völlig unklar, wer und wo der Täter ist.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Polizeiwache im Dortmunder Stadtteil Asseln: Hier versah Thomas Goretzki den Dienst.© Foto: Peter Bandermann
Der Untere Graffweg in Dortmund-Brackel ist eine kleine Seitenstraße.© Foto: Peter Bandermann
Der Tatort Unterer Graffweg in Dortmund-Brackel: Der Polizeibeamte Thomas Goretzki starb hier am 14. Juni 2000. Seine Streifenkollegin konnte sich durch einen Sprung aus dem Auto retten. Zwischen den Blumen über der Mauer erinnert eine Gedenktafel an den ermordeten Polizeibeamten von der Wache im Nachbarstadtteil Asseln.© Foto: Peter Bandermann
Sanitäter und Ärzte kämpften auf dem Gehweg am Unteren Graffweg vergeblich um das Leben des in seinem PKW getroffenen Polizisten.© Foto: Nils Foltynowicz
Der Tatort am Unteren Graffweg wenige Minuten nach der Tat. Hier starb am 14. Juni 2000 ein Polizist, eine Kollegin wurde schwer verletzt.© Foto: Nils Foltynowicz
Einsatzfahrzeuge am Tatort. Der Streifenwagen mit der geöffneten Tür ist der Wagen, auch den der Mörder Michael Berger die Schüsse abgegeben hatte.© Foto: Nils Foltynowicz
Der Streifenwagen mit dem Kennzeichen DO - 3369 war dem bewaffneten BMW-Fahrer gefolgt, der auf einer Hauptstraße deshalb aufgefallen war, weil er sich nicht angeschnallt hatte. Ein Routineeinsatz für Polizisten.© Foto: Nils Foltynowicz
In diesem Haus am Körner Hellweg in Körne wohnte der Mörder Michael Berger. In seiner Wohnung entdeckten Polizisten gefährliche Waffen und Dokumente, die auf das rechtsradikale Gedankengut des Schützen schließen ließen.© Foto: Nils Foltynowicz
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Der Fluchtwagen von Michael Berger wurde auf einem Feldweg in Olfen entdeckt.© Foto: Frank Bock
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Der Feldweg in Olfen: Hier hatte sich der Polizistenmörder Michael Berger selbst getötet.© Foto: Frank Bock
Ein Rettungshubschrauber steht auf einem Feldweg in Olfen - hier richtete sich der Polizistenmörder in seinem Fluchtwagen.© Foto: Frank Bock
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.© Foto: Aloys Reminghorst
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Trauerfeier in Dortmund am 19. Juni 2000.
Die Gedenkstätte am Unteren Graffweg in Dortmund-Brackel.© Foto: Nils Foltynowicz
Am Tatort in Dortmund-Brackel richteten Polizisten eine Gedenkstätte ein, die später von Neonazis geschändet wurde. Weil der psychisch kranke Mörder Michael Berger Dokumente mit rechtsradikalen Inhalten besaß, vereinnahmte die Neonaziszene ihn für sich.© Foto: Nils Foltynowicz
Blumen am Tatort.© Foto: Nils Foltynowicz
Kerzen am Dortmunder Polizeipräsidium.© Foto: Nils Foltynowicz
Die Gedenktafel erinnert auch heute an den 14. Juni 2000. Auch heute halten noch oft Polizeistreifen an diesem früheren Tatort,© Foto: Peter Bandermann

Die Streife folgte dem Fahrzeug. Berger sollte gestoppt und überprüft werden, weil er nicht angeschnallt war. Um 9.48 Uhr wendete der arbeitslose KFZ-Mechaniker aus Körne auf dem Unteren Graffweg in Brackel zum ersten Mal am 14. Juni 2000 den präzisen Umgang mit der Waffe an: Mit vier gezielten Schüssen tötete er Polizeikommissar Thomas Goretzki (35), verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Unter Beschuss konnte seine Kollegin Nicole Hartmann aus dem Streifenwagen springen und die Leitstelle alarmieren. Die nächsten Schüsse fielen in Waltrop. Während die Polizei intensiv fahndete. Um 10.29 Uhr stoppte Berger auf einer Kreuzung neben einem Polizei-Opel. Die präzise abgefeuerten Kugeln töteten die kurz zuvor aus dem Erziehungsurlaub zurückgekehrte Yvonne Hachtkemper, Ehefrau eines Polizisten, und Matthias Larisch von Woitowitz, dessen Frau im vierten Monat schwanger war. Vier Minuten vor diesen Schüssen in Waltrop stellte um 10.25 Uhr in Dortmund der Notarzt den Tod von Polizeikommissar Goretzki fest. Zur Tatzeit in Brackel stand Anwohner Wolfram Ufert, damals 32, in der Küche. „Ich hörte einen Schuss ... dann drei oder vier weitere und bin dann zum Wohnzimmerfenster gelaufen.“ Wolfram Ufert erkannte das Heck eines dunklen BMW, der mit hohem Tempo davonraste und hinter einer Hecke aus dem Bild verschwand, den stehenden Streifenwagen und dahinter eine Polizistin.

Der Anwohner vom Unteren Graffweg rannte auf die Straße, leistete Erste Hilfe und funktionierte irgendwie. Die drei Polizistenmorde lähmten die Stadt. Tausende von Trauerbriefen erreichten das Polizeipräsidium. An einem Trauermarsch fünf Tage nach den Morden nahmen in Dortmund 8000 Polizisten und Bürger teil. 

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