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Ein Brunnen in der City für Neven Subotic

BVB-Fans verneigen sich

In dieser Woche hat Neven Subotic Borussia Dortmund verlassen. Dass das kein gewöhnlicher Abgang war, zeigen die BVB-Fans am Samstag in der Innenstadt. Unter anderem mit einem Brunnen in der Dortmunder City.

DORTMUND

, 27.01.2018 / Lesedauer: 4 min
Ein Brunnen in der City für Neven Subotic

Der Bläser-Brunnen hat einen neuen Namen bekommen. © Tobias Grossekemper

Es gibt ein schönes Zitat, Jürgen Klopp soll es ausgesprochen haben, als er der Wechsel von Neven Subotic zum BVB bekannt gegeben wurde: „Wieso ich ausgerechnet ihn haben wollte? Na bestimmt nicht wegen der tollen Frisur!“ Das ist knappe zehn Jahre her. Und das Neven Subotic mehr zu bieten hat als schöne Haare, kann sehen, wer an diesem Samstag in der Dortmunder Innenstadt ist.

Am Alten Markt steht der Bläserbrunnen, er steht da schon lange und es ist inzwischen fast Tradition, dass sich hier Fans vor spielen treffen. Regelmäßig schäumt der Brunnen, ein bisschen Waschpulver, gerne wird dem namensgebenden Bläser dann noch ein Trikot einer Auswärtsmannschaft verpasst, besonders bei internationalen Spielen ist dieser Ort ein fester Treffpunkt.

Bläser-Brunnen bekommt Schild und Trikot

Subotic spielt nicht mehr in Dortmund, in der Woche wurde bekannt, dass der Serbe nach Frankreich zum AS St. Etienne wechselt. Subotic hat schon lange nicht mehr gespielt, doch was dieser Mann für den BVB bedeutet hat, das zeigt sich also am Bläser-Brunnen. Ein Schild, „Neven-Subotic Brunnen“ steht darauf, der Bläser hat das Trikot mit der Nummer 4 am metallenen Leib. Falsch herum, aber wen juckt es?

Menschen laufen vorbei an dem Brunnen, bleiben stehen, lächeln, machen ein Bild, es dürfte wohl wenig Profis geben, denen auch länger nach ihrer richtig aktiven Zeit ein solches Wohlwollen sicher ist, wie es Subotic auch nach seinem Abgang widerfährt. Natürlich war er Stammspieler in einer der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte – doch das waren damals viele. Subotic war mehr. Er war nicht nur einer, der sich auf dem Platz zerrissen hat. Er war im besten Sinne des Wortes nah an den Fans. Man konnte ihn ab und an durch die Innenstadt bummeln sehen, ohne großes Aufsehen und viel blingbling. Er blieb bodenständig und gelassen und gerade das sehen die Menschen im Ruhrgebiet gerne.

Suboic engagiert sich mit eigener Stiftung

Wobei Gelassenheit das eine ist, der Kopf zum Denken das andere. Selber ein Flüchtling aus Bosnien-Herzegowina, positionierte er sich mehrfach klar gegen rechts. Und engagierte sich persönlich seit 2012 mit einer eigenen Stiftung. Sie setzt sich für sauberes Wasser und Schulbildung in Afrika ein. Jürgen Klopp, dessen Ära beim BVB schon ein paar Tage her ist, aber mit dem Abgang von Subotic immer deutlicher vorbei ist, hat noch etwas über seinen Spieler gesagt: „Bei Auswärtsfahrten und in der Mittagspause zwischen Trainingseinheiten liest er Bücher über Bohrtechnik. Die anderen spielen Playstation, er plant den nächsten Hilfseinsatz. Neven ist unglaublich.“

Das sein Trikot jetzt über einem leeren Dortmunder Brunnen hängt und sein Name davor steht, ist ein trauriges Bild: Subotics Aufgaben liegen jetzt woanders.

Er hat sich aber eingepasst in eine Reihe von Spielern, deren Namen man in Dortmund mit Achtung und Respekt ausspricht: Dede, Kehl, Kuba Błaszczykowski oder eben Neven Subotic. Der einzige Spieler, der einen eigenen Parkplatz auf der Dortmunder Lindemannstraße hat. Was zurückgeht auf die Meisterschaft 2011. Subotic wollte, sagte er später mal, feiern. Er kam nicht weit, geriet in einen Pulk feiernde BVB-Fans – und feierte dann einfach mit.

Und wer das alles für vergangene Sentimentalitäten hält, findet an diesem Samstag nicht nur einen Subotic-Brunnen in der Innenstadt vor. Er kann auch ein Banner entdecken, dass auf der Süd ausgerollt wurde. Darauf steht: „Ein guter Mensch in einem Scheißgeschäft – danke Neven!“

Das kann man so sagen.

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