Ein Jahr USA: Stipendiaten erzählen, wie es ihnen im „Trump-Land“ gefallen hat

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Für ein Jahr „über den großen Teich“. Dank des Patenschafts-Programms des Deutschen Bundestages funktioniert das. Eine Sölder Politikerin setzt sich besonders für das Projekt ein.

von Birgit Mader

Sölde

, 10.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im September wird die vierte Stipendiatin, die Sabine Poschmann ausgesucht hat, für ein Jahr in die USA gehen. Um Alexandra Otto (16) von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel Informationen aus erster Hand zu geben, lud Poschmann sie und ihre Vorgänger jetzt zu sich nach Hause ein. Die Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete ist überzeugte Unterstützerin des „PPP“, des „Parlamentarischen Patenschafts-Programms“ des Deutschen Bundestages.

Über dieses Programm reisen jährlich Schüler und junge Berufstätige aus Deutschland und den USA mit einem Vollstipendium als „Juniorbotschafter“ in das jeweils andere Land. Bei ihrem rund einjährigen Aufenthalt, bei dem sie in Gastfamilien leben, lernen sie eine Menge.

In Oregon und in Houston, Texas

Alina Priegnitz (19), die in diesem Jahr ihr Abitur absolviert hat, war von 2016 bis 2017 die erste von Poschmanns Stipendiatinnen und spricht noch immer von „meiner Familie“ in Oregon, die sie nun erneut besuchen will. „Kommst du nach Hause?“ wurde sie von ihren amerikanischen Freunden gefragt.

Lily Homberg (17) besuchte im Schuljahr 2017/2018 eine Highschool in Houston, Texas. „Ich habe so viele Erfahrungen gemacht, die ich hier in Deutschland nicht machen würde“, sagt sie und ihre Mit-Stipendiaten nicken. Das Verhältnis der Texaner zu Waffen sei besonders, erzählt Lily Homberg. „Meine Gastfamilie hatte keine, die Schwester meines Gastvaters aber hatte dreißig Stück.“ Viele Amerikaner kämen selten aus ihrem Bundesstaat und aus den USA heraus. „Sie sind alle sehr auf ihr Land fixiert, was sicher auch an dessen Größe liegt“, sagt Alina Priegnitz.

Alexander Hannemann (17) vom Aplerbecker Gymnasium an der Schweizer Allee, erst seit einigen Tagen zurück aus Texas, sucht nach zehn intensiven englischsprachigen Monaten im Gespräch mitunter die passenden deutschen Worte. Ob es in Deutschland auch so tolle Autos wie Mercedes oder BMW gebe, habe man ihn in Texas gefragt. Die Menschen seien erstaunt gewesen, wenn er erklärte, dass dies deutsche Automarken sind. Doch der Blick der Stipendiaten reicht weiter.

Menschen können sich medizinische Versorgung nicht leisten

Fassungslos berichten sie über Auswirkungen des amerikanischen Krankenversicherungssystems, die sie beobachten konnten. „Da tragen Leute Armbänder, die klarmachen, dass sie im Krankheitsfall nicht in eine Klinik transportiert werden sollen, weil sie sich das nicht leisten können“, erzählt Alina Priegnitz.

Bis zum 13. September 2019
So kann man sich für ein Stipendium bewerben

Im Rahmen des „Parlamentarischen Patenschafts-Programms“ (PPP) erhalten deutsche und amerikanische Jugendliche seit 1983 Vollstipendien für ein Austauschjahr im jeweils anderen Land. Bundestags- und Kongressabgeordnete engagieren sich als Paten für die jungen „Kultur-Botschafter“. Noch bis zum 13. September 2019 ist es hier möglich, die Bewerbung für das Schuljahr 2020/21 einzureichen. Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, die zum Zeitpunkt der Ausreise mindestens 15 Jahre alt sind.

Alle Kultur-Botschafter von Sabine Poschmann, die schon in den USA waren, raten: „Einfach mal bewerben! Was man erlebt und lernt, ist echt große Klasse.“

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