Ein Mimik-Trainer zeigt die acht Geschenke-Gesichter

Reaktionen unterm Tannenbaum

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Doch unterm Tannenbaum geht’s nicht immer harmonisch zu. Wenn die Geschenke ausgepackt werden, wird es oft hoch-emotional. Der Kirchlinder Frank Wittke ist Trainer für verbale und nonverbale Kommunikation. In unserer Fotostrecke zeigt er Ihnen, wie die Geschenke-Gesichter zu deuten sind.

DORTMUND

, 24.12.2015, 01:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Angst: Die Augenbrauen werden hoch- und zusammengezogen. Die Augen sind aufgerissen. Die Mundwinkel werden zur Seite gezogen.
Deutung: Die beschenkte Person fühlt sich bedroht, Angst ist der erste Impuls. Das könne vor allem auftauchen, wenn sie Paare beschenken, sagt der Mimik-Experte: ein Verlobungsring oder der erste gemeinsame Urlaub können angsteinflößend sein.

Angst: Die Augenbrauen werden hoch- und zusammengezogen. Die Augen sind aufgerissen. Die Mundwinkel werden zur Seite gezogen. Deutung: Die beschenkte Person fühlt sich bedroht, Angst ist der erste Impuls. Das könne vor allem auftauchen, wenn sie Paare beschenken, sagt der Mimik-Experte: ein Verlobungsring oder der erste gemeinsame Urlaub können angsteinflößend sein.

Worte können sehr rational sein. Aber die Mimik, sagt Organisations-Psychologe Frank Wittke, verrät die wahren Emotionen. Besonders wichtig seien dabei Mikro-Expressionen, die vom limbischen System im Gehirn gesteuert werden. Jener Bereich, der die Emotionen verarbeitet.

Mikro-Expressionen huschen oft nur über das Gesicht. Sie sind nicht länger als eine Sekunde – und geschehen unbewusst. Ob bei einer spontanen Überraschung (positiv wie negativ) oder bei Freude von ganzem Herzen. Die Schenkenden sollten ihrem Gegenüber also aufmerksam ins Gesicht schauen.

Frank Wittke unterscheidet diese Geschenke-Gesichter:

FOTOSTRECKE
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Die acht Geschenke-Gesichter

Wenn am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum die Geschenke ausgepackt werden, sind die Reaktionen meist sehr unterschiedlich. Ob überrascht, dass Tante Ulla zum ersten Mal den Namen richtig auf den Wollpullover gestickt hat, oder enttäuscht, dass es in diesem Jahr wieder nicht der Hundewelpe geworden ist. Organisations-Psychologe Frank Wittke zeigt in dieser Fotostrecke, wie man die acht verschiedenen Geschenke-Gesichter identifiziert und anwendet.
23.12.2015
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Überraschung: Die Augenbrauen und das obere Augenlid werden nach oben gezogen, der Mund steht häufig offen.
Deutung: „Das ist ein Geschenk, mit dem der Beschenkte nicht gerechnet hat“, sagt Wittke. Echt sei diese Emotion aber nur, wenn sie sich im Gesicht zeige, bevor gesprochen wird. Und: „Die Überraschung dauert nie länger als drei Sekunden.“ Auf die Überraschung folgt meistens ein weitere Emotion.© Foto: Dan Laryea
Echt erlebte Freude: Die Mundwinkel werden nach oben gezogen, die Augen lachen aber nicht mit.
Deutung: Das, was der Name schon sagt: Der Beschenkte freut sich wirklich. „Echte Freude ist nahezu unmöglich vorzuspielen“, sagt Wittke.© Foto: Dan Laryea
Gespielte Freude: Die Mundwinkel werden nach oben gezogen, die Augen lachen aber nicht mit.
Deutung: „Das ist keine Emotion sondern eine Maske“, sagt Wittke. Es sei sozial erwünscht, Freude zu zeigen. Oft zeige sich kurz vorher im Gesicht eine richtige Emotion, die derjenige aber nicht zeigen möchte.© Foto: Dan Laryea
Ärger: Die Augenbrauen und das obere Augenlid werden nach oben gezogen, das untere Augenlid wird angespannt – es ist ein stechender Blick. Die Lippen werden manchmal aufeinander gepresst. Wer richtig verärgert ist, zieht den Kopf noch etwas nach vorne.
Deutung: Das Geschenk gefällt gar nicht. Großer Ärger hat aber oft nicht nur mit dem Geschenk zu tun. „Wer das wahrnimmt, sollte darauf eingehen – am besten nach den Feiertagen“, rät Wittke.© Foto: Dan Laryea
Enttäuschung: Die Augenbrauen sind innen hochgezogen, eventuell geht der Mund noch nach unten. Aus Enttäuschung entsteht Trauer.
Deutung: Der Beschenkte ist enttäuscht, dass der Schenkende ihn nicht so gut kennt und ihm ein Geschenk macht, das ihm nicht gefällt. Hier sei aber Vorsicht geboten, sagt Wittke: „Es gibt Menschen, deren Augenbrauen immer so hochgezogen sind.“ Deshalb rät er, sich die Gesichter vorher im „Normalzustand“ anzuschauen.© Foto: Dan Laryea
Ekel: Die Lippe geht nach oben, die Nase ist gerümpft. Manchmal zeigt sich auch nur eine der beiden Bewegungen.
Deutung: Ekel bedeutet im Geschenke-Fall eher Ablehnung. Der Beschenkte lehnt das Geschenk, wahrscheinlich sogar den Schenkenden ab. „Vermutlich zeigt die Person danach ein gespieltes Lächeln“, sagt Wittke. Auch hier sollte man nach den Feiertagen noch mal nachhaken.© Foto: Dan Laryea
Verachtung: Der Backenmuskel – manchmal auch nur die Lippe – wird kurz eingezogen – aber nur auf einer Seite. Es ist ein kurzes Zucken.
Deutung: „Verachtung ist eine der schlimmsten Emotionen“, sagt Frank Wittke. „Da sitzt etwas Negatives sehr tief.“ Diese Emotion hat nichts mit dem Geschenk selbst, sondern dem Schenkenden zu tun.“ Wer Verachtung zeigt, stellt sich über einen anderen Menschen. Hier ist es aber wichtig, darauf zu achten, ob die Person direkten Blickkontakt sucht. Sonst meint sie eventuell auch etwas oder jemand anderen.© Foto: Dan Laryea
Angst: Die Augenbrauen werden hoch- und zusammengezogen. Die Augen sind aufgerissen. Die Mundwinkel werden zur Seite gezogen.
Deutung: Die beschenkte Person fühlt sich bedroht, Angst ist der erste Impuls. Das könne vor allem auftauchen, wenn sie Paare beschenken, sagt der Mimik-Experte: ein Verlobungsring oder der erste gemeinsame Urlaub können angsteinflößend sein.© Foto: Dan Laryea
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