Einer der geretteten Welpen. © Arche 90
Meinung

Ein Tierschutzbeauftragter ist überflüssig – schreibt den Antrag noch mal neu!

Grüne und CDU wollen in Dortmund einen kommunalen Tierschutzbeauftragten installieren. Doch der ist nicht das, was Tierschützer brauchen, meint unsere Autorin.

Ob Tierschutzverein, Arche 90 oder Katzenschutzverein – wer Tierschutz in Dortmund betreibt, weiß, wo man mit seinem Engagement für das 2002 gesetzlich verankerte Staatsziel „Tierschutz“ vor die Wand läuft. Oft fehlt es an helfenden Händen und Rückendeckung durch das Veterinäramt.

Ein Sprachrohr, das der oder die kommunale Tierschutzbeauftragte sein soll, brauchen die Tierschützer nicht. Diese Ehrenamtlichen wissen, wie sie ihrem Anliegen Gehör verschaffen. Der langjährigen Dortmunder Tierschutzvereinsvorsitzenden Erika Scheffer zum Beispiel macht keiner etwas vor. Auch Arche90 weist regelmäßig auf Missstände hin.

Besser erst die Akteure fragen

Sie alle sind Ansprechpartner für die Bürger, kümmern sich, dass Tierschutz-Vorschriften in die Praxis umgesetzt werden. Dafür braucht es keinen ehrenamtlichen Tierschutzbeauftragten, zumal ihn das Veterinäramt vorschlagen soll – das davon übrigens bis vor wenigen Tagen noch nichts wusste.

Bevor CDU und Grüne ihren Antrag formuliert haben, den es ähnlich schon in anderen Städten gibt, hätten sie besser mit denen gesprochen, die es angeht. Was Tierschützer vor Ort brauchen, ist nicht noch mehr Ehrenamt auf dem Papier, sondern mehr konkrete Hilfe und rechtsverbindliche Expertise bei der Umsetzung von Tierschutzmaßnahmen.

Also CDU und Grüne – Ziel verfehlt, schreibt den Antrag noch mal neu!

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle