Ein Zaun zerschneidet die Nachbarschaft

Posse in der Luninkhofstraße

Es sind nur ein paar Meter Zaun - und doch zerschneidet er alte Wohnstrukturen und sorgt für große Enttäuschung in der Wohnsiedlung an der Luninkhofstraße. Denn wegen des Zauns müssen viele Anwohner nun einen Umweg in Kauf nehmen.

APLERBECK

, 29.07.2016, 01:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Plötzlich war der Zaun da und viele Anwohner kommen nicht mehr auf direktem Weg zu ihren Garagen.

Plötzlich war der Zaun da und viele Anwohner kommen nicht mehr auf direktem Weg zu ihren Garagen.

Die Wohngemeinschaft des Hauses mit den Hausnummern 6 und 8 an der Luninkhofstraße hat beschlossen, einen seit der Errichtung der Siedlung für alle nutzbaren Weg zu schließen. Und dieser Weg ist nicht irgendeiner – er führt zu einem Garagenhof auf dem zahlreiche Bewohner der Häuser mit den Hausnummern 10 bis 16 ihre Fahrzeuge abstellen. Und die müssen nun einen größeren Umweg gehen. Rein rechtlich ist gegen diese plötzliche Sperrung nichts einzuwenden. Denn die Nutzung des Weges war seit der Errichtung der Siedlung, Ende der 60er-Jahre, lediglich geduldet und nicht vertraglich festgelegt.

Es ging auch so lange gut, wie das Haus, über dessen Grundstück der Weg läuft, ein reines Mietshaus war. Heute gibt es hier zum größten Teil nur noch Eigentum. Und da der Weg auch Kosten verursacht, etwa der Winterdienst, hat die Eigentümergemeinschaft jetzt den Durchgang geschlossen.

„Die Eigentümer der Wohnungen in den Häusern Luninkhofstraße 6 und 8 planen eine Einfriedung des Grundstückes. Hierzu wird zeitnah ein Zaun errichtet... Der Weg zum Garagenhof wird somit zukünftig nicht mehr von ihnen begehbar sein“, so die lapidare Mitteilung die in die Briefkästen der Nachbarn flatterte. Auch in denen der Familie Schneider. „Wir hoffen, dass der Zaun wieder verschwindet“, sagt Hildegard Schneider. Zusammen mit ihren Mann Gerd wohnt sie seit 1964 in der Siedlung. Und von Beginn an war der Weg für alle nutzbar.

Umweg zu den Garagen

Ein Außenstehender würde auch nie auf die Idee kommen, dass es sich bei den rund 40 Metern nicht um einen öffentlichen Weg handelt. Jetzt wurden alle eines Besseren belehrt. „Es ist schade, dass es so gekommen ist. Darunter leidet der Zusammenhalt in der Siedlung“, sagt Hildegard Schneider. Gespräche im Vorfeld hätten nichts ergeben. Auch eine Lösung, den Weg für bestimmte Anwohner begehbar zu lassen, wurde abgelehnt. „Wir müssen jetzt einen Umweg zu den Garagen in Kauf nehmen“, sagt Gerd Schneider.

Dabei sei hier früher ein großer Zusammenhalt zwischen den Nachbarn gewesen. Feste wurden veranstaltet, es gab zahlreiche Spielplätze, Freundschaften wurden geschlossen, die bis heute hielten. Nur scheint der Zaun letzt mehr als nur zwei Grundstücke zu trennen. Ob die Barriere noch einmal verschwindet, das weiß auch Martin Gosemerker nicht. Sein Vater hat die Siedlung gebaut, und er besitzt unter anderem auch noch vier Wohnungen in dem Haus, das die Wegsperrung beschlossen hat. „Ich habe dagegen gestimmt“, sagt Gosemerker, die Mehrheit war aber für den Zaun. Ob er gerichtlich dagegen vorgeht, weiß er noch nicht. Er werde es prüfen.

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