Mutmaßlicher Einbrecher weiß nicht mehr, wo er überall unterwegs war

Zu viele Tatorte

Ein mutmaßlicher Serieneinbrecher ist geschnappt worden und steht nun vor Gericht. Bei der Aufklärung der Fälle müssen die Richter wohl einen ungewöhnlichen Weg wählen.

Dortmund

, 25.04.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein mutmaßlicher Einbrecher will so viele Taten begangen haben, dass er sich an die Tatorte nicht mehr erinnern kann.

Ein mutmaßlicher Einbrecher will so viele Taten begangen haben, dass er sich an die Tatorte nicht mehr erinnern kann. © picture alliance/dpa (Symbolbild)

Ein 30-jähriger Albaner soll im Jahr 2015 mindestens zehn Einbrüche verübt haben. So steht es in der Anklageschrift, die am Freitag vor der 36. Strafkammer des Landgerichts verlesen wurde. Die Tatorte lagen in Wellinghofen, Eving, Kirchderne und anderen Städten im ganzen Bundesgebiet. Laut Staatsanwaltschaft ließ der Angeklagte Schmuck und andere Gegenstände im Wert von über 20.000 Euro mitgehen.

Die Aufklärung der Tatserie könnte für die Richter jedoch schwierig werden. Denn der Angeklagte ließ zu Prozessbeginn durchblicken, dass er in den vergangenen Jahren so viele Einbrüche verübt hat, dass er sich an die einzelnen Tatorte so gut wie gar nicht mehr erinnern kann. Zusammen mit seinem Verteidiger Marcus Herberholz hat er sich zuletzt noch einmal alle Fallakten angeschaut. Selbst danach ist nur wenig Erinnerung zurückgekommen.

Richter zeigen Fotos vom Tatort

Die Richter hoffen nun, dass Fotos von den Tatorten dem Gedächtnis des 30-Jährigen auf die Sprünge helfen können. Hat er vielleicht diesen einen bestimmten Tresor schon mal gesehen? Oder kann er sich möglicherweise an den ungewöhnlichen Weg durch ein eingeschlagenes Küchenfenster in die Wohnung erinnern?

Das Blättern durchs Fotoalbum soll spätestens im Mai beginnen. Bis dahin soll der Angeklagte außerdem noch von einem Psychiater begutachtet werden.

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