Einbrecher stehlen 20.000 Schutzmasken – Suche nach Tätern im Internet

rnEinbruch in Lagerhalle

Auf diese Premiere hätte Osman Herdem von der gleichnamigen Reinigungsfirma gerne verzichtet: Am Wochenende brachen Unbekannte in seine Lagerhalle ein. Er hofft, die Täter im Internet aufzuspüren.

Kley, Aplerbeck

, 27.04.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Osman Herdem blickt nach vorne. „Es muss ja weitergehen“, sagt der Geschäftsführer der gleichnamigen Dortmunder Reinigungsfirma mit Sitz in Aplerbeck.

Im Telefonat mit dieser Redaktion gelingt ihm am Montagmittag (27.4.) sogar ein zaghaftes Lachen – obwohl am vergangenen Wochenende (26./27.4.) bislang unbekannte Täter Hygieneartikel im Wert von über 10.000 Euro aus seiner Lagerhalle in Kley, in der Nähe des Dortmunder Induparks, gestohlen haben.

Corona-Hygieneartikel wurden erst am Freitagabend angeliefert

Den Einbruch entdeckte Osman Herdem am Sonntagmittag (26.4.). „Samstagmittag war noch alles da“, erinnert er sich. Erst Freitagabend war die Ware angeliefert worden.

Unbekannte sind am vergangenen Wochenende über den Notausgang in die Lagerhalle der Firma Herdem in Kley eingebrochen.

Unbekannte sind am vergangenen Wochenende über den Notausgang in die Lagerhalle der Firma Herdem in Kley eingebrochen. © Beate Dönnewald

Zur Lieferung gehörten vor allem Schutzmasken, Latex-Handschuhe und Schutzoveralls. Osman Herdem betreibt seit 1998 nicht nur eine Reinigungsfirma, sondern auch einen Online-Handel für Hygiene-Artikel und Verpackungen.

Gewaltsam verschafften sich die Einbrecher über den Notausgang Zutritt, gleich auf der Nordseite der Autobahn A40. Auch andere Firmen nutzen die große Lagerhalle für ihre Materialien. Doch die Täter hatten es nur auf die Ware der Herdem GmbH abgesehen. Wussten sie, was hier gelagert wurde?

Einbrecher nahmen 16 Kartons mit, darunter 20.000 Schutzmasken

Insgesamt 16 Kartons nahmen die Täter mit: zehn mit 20.000 Einweg-Schutzmasken, drei mit Latex-Handschuhen und weitere drei mit Schutzoveralls. Für den Transport bis zum Ausgang nutzten die Diebe die Hubwagen der Herdem GmbH. „Von dort hatten sie noch einen Fußweg von rund 80 Metern bis zu ihrem Fahrzeug“, schätzt Osman Herdem.

Diese Detailaufnahme zeigt den Produktnamen der gestohlenen Masken.

Diese Detailaufnahme zeigt den Produktnamen der gestohlenen Masken. © privat

Der Firmenchef hadert mit sich. „Die Kartons standen auf Paletten auf dem Boden. Hätte ich sie in die Regale gepackt, hätten die Einbrecher sie vielleicht nicht entdeckt. Zumindest hätten sie es nicht so einfach gehabt.“

Osman Herdem hat den Schaden seiner Versicherung gemeldet und Anzeige bei der Polizei erstattet. Polizeisprecherin Cornelia Weigandt vermutet, dass die Täter mit der Ware wegen der Coronavirus-Pandemie und der seit dem 27. April bestehenden Maskenpflicht einen deutlich höheren Wert als 10.000 Euro erzielen werden. „Diebstahl an sich ist ja schon schlimm, aber diese Tat im Ganzen ist noch verwerflicher“, so Cornelia Weigandt.

Schutzmasken-Diebstahl: Polizei sucht Zeugen

Osman Herdem hat große Hoffnung, die Täter im Internet aufzuspüren. „Wir gucken schon die ganze Zeit bei Ebay, ob die Ware dort auftaucht“, sagt er.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Unter anderem haben die Täter Werkzeug hinterlassen. Parallel sucht die Kriminalwache der Dortmunder Polizei nach Zeugen. Sie nimmt Hinweise unter Tel. (0231) 132 7441 Hinweise entgegen.

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