Eine Computer-Klangwand und die Dortmunder Philharmoniker

4. Groove-Symphony

Wenn ein Klangtüftler wie Marc Romboy auf die Dortmunder Philharmoniker trifft und man sich gemeinsam dem Werk von Claude Debussy widmet, dann ist wieder Zeit für die Groove Symphony. Jetzt begannen die Proben für das Konzert am Montag (12.12.). Wir waren dabei.

DORTMUND

, 11.12.2016, 08:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Computer-Klangwand und die Dortmunder Philharmoniker

1. Konzert der Reihe Groove Symphony der Philharmoniker im Konzerthaus am 4.11.2013

Zunächst wirkt es wirr, die Zischlaute und das Pfeifen vom Computer wollen so gar nicht zu den Streicher-Harmonien in "La Mer" von Claude Debussy passen. Da werden die Hörgewohnheiten herausgefordert. Es sind aber nur Schnipsel, die im Probenraum des Opernhauses erklingen.

"Es gibt nur wenige Reibungen während der insgesamt 80-minütigen Groove Symphony. Das Chaos ist kontrolliert und nur punktuell", erklärt Dirigent Ingo Martin Stadtmüller. "Man muss das Ganz hören. Die Musik entwickelt sich. Es ist eine Reise", ergänzt der Produzent und DJ Marc Romboy.

Große Klangwand vom Computer

In einer nächsten Passage stellt sich eine große Klangwand vom Computer den Philharmonikern entgegen. Es hört sich ein bisschen so an, wie "Tangerine Dream trifft Debussy". So allerdings will Ingo Martin Stadtmüller den Remix nicht sehen. Es handele sich nicht um eins der gängigen Crossover-Projekte aus Pop oder Rock und Klassik: "Wir spielen ja weite Strecken der Musik von Debussy original. Die Elektronik leistet eine weiterführende Interpretation und eine Modernisierung."

Beide Stile begegneten sich auf Augenhöhe: Die farbenreichen Musik-Bilder Debussys böten eine exzellente Vorlage für Marc Romboy, um sie in seine elektronische Klangwelt zu überführen und beide musikalischen Welten zu verbinden. "Debussy sagte, er will neu klingende Musik erschaffen. Das war immer genau mein Ziel: ungehörte und faszinierende Klänge zu erzeugen", so Romboy.

Vor drei Jahren starteten die Dortmunder Philharmoniker ihre Reihe "Groove Symphony". Jetzt gibt es die vierte Ausgabe. "Sicher zielen wir mit dieser Musik darauf ab, ein junges Publikum für Klassik zu begeistern. Aber sie ist nicht nur Mittel zum Zweck. Das Format als solches ist auch eine Kunstform", sagt Dirigent Stadtmüller.

 

 

 

  • Marc Romboy ist ein deutscher Musikproduzent, DJ und Labelchef. Er kommt aus Mönchengladbach.
  • Beginn der Groove Symphony ist am Montag (12.12.) um 19 Uhr im Konzerthaus an der Brückstraße.
  • Karten gibt es zum einheitlichen Preis von 12 Euro an der Tageskasse im Opernhaus, Tel. 50 27 222 oder online unter www.theaterdo.de

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