Eine große Familie

Kirchderne 40 Fahrräder. 40 Klingeln. Fast 40 Jugendliche aus Breslau bauen sich mit ihren Drahteseln zum Gruppenbild auf. Und bimmeln kräftig los. Sie haben gute Laune - trotz des Regens.

04.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für 14 Tage sind die jungen Leute aus der polnischen Partnergemeinde in St. Bonifatius zu Gast. Besuchen das Rathaus und den Flughafen und das Cappenberger Schloss ...

Elmar Schütz hat die regelmäßige Fahrt mehr als 20 Jahre organisiert. Und obwohl er den anstrengenden Planer-Posten inzwischen an Tobias Schaffrin übergeben hat, beherbergt er auch dieses Jahr wieder zwölf Jugendliche. «Wir haben selbst fünf Kinder großgezogen, da ist genug Platz», kommentiert der Kirchderner seelenruhig. Außerdem seien die Gäste so ausgeglichen und diszipliniert, dass er kaum etwas von ihnen höre.

Seit 1981 sind Dortmunder und Breslauer einander verbunden. Genauso lange gibt's auch die gegenseitigen Besuche. «Viele Erwachsene kommen kurz bei uns vorbei, wenn sie gerade in Deutschland sind», schildert Pastor Hermann Peters. Und vor zwei Jahren waren auch die Kirchderner mit dem Bus Richtung Polen unterwegs. Dieser Kontakt helfe, Vorurteile abzubauen, betont Hermann Peters. «Das Volk ist ohnehin viel verständiger miteinander als die hohe Politik.» Und Jugendliche hätten mit Begegnungen verschiedener Nationalitäten erst recht keine Probleme. «Weder hier, noch drüben.»

Der 17-jährige David Raczkowski kann das nur bestätigen. Früher ist er als Besucher nach Kirchderne gekommen, heute als Betreuer. «Ich sehe fast keinen Unterschied zwischen Deutschen und Polen», stellt er fest. «Und es ist wirklich schön, sich kennen zu lernen, und zu merken: Wir gehören alle zu einer großen Familie.»

Darum geht's auf 40 Rädern zum Horstmarer See. Oder zur Zeche Zollern. Und außerdem mit dem Zug nach Münster - weil's auf dem Drahtesel doch recht weit bis dahin ist. Hilke Schwidder

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