Eine kleine Lore erinnert in Eving jetzt an die große Bergbautradition des Stadtteils

rnEvinger Bergbaugeschichte

Minister Stein war Dortmunds letzte Zeche. Seit 1987 ist das Vergangenheit. In den Köpfen derer, die unter Tage waren, ist die Erinnerung lebendig; allen anderen hilft nun ein Kunstwerk.

Eving

, 30.05.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 32 Jahren gibt es die Zeche Minister Stein in Eving nicht mehr. Bei denen, die diese Zeiten noch erlebt haben, sind die Erinnerungen lebendig. Und das Stadtbild ist geprägt von dieser Bergbauvergangenheit. Jetzt kommt noch etwas hinzu: eine künstlerisch gestaltete Lore an der Ecke Bayrische-/Osterfeldstraße.

Roberto Trementino hat das Bergbaurelikt aus Eving und Lindenhorst besonders gestaltet. Zu sehen sind unter anderem die alte Kirche in Lindenhorst und die alte Schachtanlage. Trementino, Vertreter des Stadtbezirksmarketings, Mitglieder des Evinger Geschichtsvereins, des Knappenvereins Bruderhand sowie Frank Hibbeln vom Bestattungshaus Bockolt-Arnd (er hat die Patenschaft übernommen) feierten das neue Stück Erinnerungskultur. Mit einem vielfachen „Glückauf“, einem Schnaps und feierlichen Worten.

Eine kleine Lore erinnert in Eving jetzt an die große Bergbautradition des Stadtteils

Mitglieder des Knappenvereins Bruderhand Eving hatten ihre Uniform zur Feier des Tages angezogen. An alle verteilte Bezirksbürgermeister Oliver Stens (vorne, 2.v.r.) bei der offiziellen Übergabe einen Schnaps. © Brtta Linnhoff

„Es ist schön, dass Relikte aus dem Bergbau erhalten bleiben, in einem Stadtteil, der fast ausschließlich vom Bergbau gelebt hat“, sagte Dr. Volker Schacke vom Evinger Geschichtsverein. Die Erinnerung an die Arbeit im Bergbau sei bei allen, die dabei waren, noch sehr präsent, sagte er. Er hofft, dass viele Menschen Gefallen an der künstlerisch gestalteten Lore finden. „Eving wäre ohne den Bergbau nicht das, was es heute ist, sondern ein kleines Dorf“, betonte er.

Es gab einiges zu tun, bevor es an die künstlerischen Arbeiten gehen konnte

Es gab einiges zu tun, bevor es jetzt etwas zu feiern gab. Die Stadt musste erst einmal das Grundstück freiräumen, bevor Künstler Roberto Trementino Hand anlegen konnte. Zunächst mussten die alten Farbschichten abgetragen werden, bevor Trementino mit der Neugestaltung loslegen konnte.

Nun ist es geschafft, und nicht nur das: Die Beteiligten haben ordentlich Erde herbeigeschleppt und die Lore damit befüllt, damit der Kohlenwagen bepflanzt werden konnte.

Der Wasserschlauch für die Bewässerung liegt bereit

Die Patenschaft für die Lore und ihre Bepflanzung hat Frank Hibbeln vom Bestattungshaus Bockholt-Arnd übernommen. Das liegt schräg gegenüber. „Das ist für mich die schönste Lore“, sagte Frank Hibbeln bei der offiziellen Übergabe. Sollte der Sommer so trocken werden, wie der vergangene, wird er mit dem Gartenschlauch anrücken, hat er versprochen. Außerdem überlegt er, ob es nicht machbar ist, die Bergbaulore künftig mit Solarlämpchen zu beleuchten - damit noch mehr Menschen die Bergbaugeschichte Evings wahrnehmen.

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