Eine Online-Petition fordert die Stadt Dortmund auf, ihre RWE-Aktien abzustoßen

Energieversorger

Es ist die jüngste, aber nicht erste Online-Petition an die Stadt Dortmund, ihre RWE-Aktien abzustoßen. Obwohl bisher ca. 27.000 unterschrieben haben, wird die Stadt ihre Aktien wohl halten.

Dortmund

, 26.10.2018, 04:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Online-Petition fordert die Stadt Dortmund auf, ihre RWE-Aktien abzustoßen

Die Stadt Dortmund, so Oberbürgermeister Ullrich Sierau, werde keine RWE-Aktien verkaufen. © picture alliance/dpa

Auf dem Höhepunkt der Demonstrationen um die geplante Rodung des Hambacher Forsts, haben die Vertreter von Dortmunder Umweltverbänden Oberbürgermeister Ullrich Sierau und die Ratsfraktionen mit einem offenen Brief unter Druck gesetzt. Die Unterzeichner des Schreibens forderten von der Stadt als größtem kommunalen Einzelaktionär von RWE, sich für den Stopp der Rodung einzusetzen. Außerdem möge der Dortmunder Energieversorger DEW21 seine Verbindung zu RWE beenden. Der Dortmunder Energieversorger befindet sich zu knapp 40 Prozent im Eigentum von RWE.

RWE steht seit Wochen und Monaten in der Kritik. Der Essener Energiekonzern will das Jahrhunderte alte Waldgebiet bei Aachen abholzen, um weiter Braunkohle abzubauen. Inzwischen hat das Oberverwaltungsgericht Münster die Rodung gestoppt. Seitdem ist der Wert der RWE-Aktie deutlich gesunken. Jetzt müssen die Gerichte endgültig entscheiden, ob RWE den Wald abholzen darf, um dort doch weiter ­Kohle zu fördern.

Fast 27.000 haben bisher unterschrieben

Die gebürtige Dortmunderin Claudia Sommer hat eine Online-Petition gestartet mit dem Aufruf an die Stadt Dortmund, ihre RWE-Aktien zu verkaufen. Bis Donnerstagnachmittag haben fast 27.000 unterschrieben. Das nächste Ziel sind 35.000.

Der Hambacher Forst, so heißt es in der Petition, sei „ein Symbol für ein Komplettversagen der RWE-Unternehmensführung und der Politik in Zeiten des Klimawandels und der Energiewende“. Immer mehr Kommunen reagierten und verkauften ihre Aktien. OB Sierau möge deren Beispiel folgen, zumal der RWE-Kurs gesunken sei. „Minimieren Sie das Risiko für uns Bürgerinnen und Bürger! Raus aus #RWE-Aktien! Raus aus den Ramschpapieren! Schützen Sie unsere Steuergelder!“

Dividende gleicht Verluste bei Bus und Bahn aus

Viele Kommunen halten aber auch an der RWE-Aktie fest. Dortmund hält über seine 100-prozentige Tochter Dortmunder Stadtwerke (DSW21) 23,6 Millionen RWE-Aktien - das sind 3,8 Prozent. DSW21 gleicht mit der Dividende die Verluste im Nahverkehr aus und finanziert so Bus und Bahn mit.

Ullrich Sierau, Dortmunder Oberbürgermeister und Mitglied im RWE-Aufsichtsrat, hat nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands vor gut zwei Wochen öffentlich erklärt: „Wir werden von Seiten der Stadt keine RWE-Aktien verkaufen.“ Wer so etwas fordere, wisse nicht, wovon er spreche. RWE sei auf dem Weg, „einer der größten Anbieter erneuerbarer Energien in Deutschland und Europa zu werden.“

RWE will nach dem Verkauf seiner Tochter Innogy an Eon sein Ökostrom-Geschäft ausbauen. Das Ökostromgeschäft von Innogy behält RWE und bekommt zusätzlich auch das Ökostromgeschäft von Eon.

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