Eine Schlips-Bastion fällt: Sparkasse Dortmund lockert den Dresscode für Mitarbeiter

rnGelockerte Kleiderordnung

Adieu Bankangestellten-Klischee: Die Sparkasse lockert ihre Bekleidungsvorschriften. Nicht nur die Männer haben es bald leichter. Auch bei den Mitarbeiterinnen ändert sich einiges.

Dortmund

, 30.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dunkler Anzug, weißes Businesshemd, dazu eine Krawatte: So und nicht anders kannten die über 300.000 Kunden der Sparkasse Dortmund bisher ihre Berater. Das wird sich ab Anfang Januar ändern. Denn dann modernisiert Dortmunds größte Bank ihre Kleiderordnung.

„Viele von Ihnen haben sich eine neue, gelockerte Kleiderordnung in unserer Sparkasse gewünscht“, schreibt der Vorstand um den neuen Sparkassen-Chef Dirk Schaufelberger in einer internen Broschüre an seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – und präsentiert ihnen als „mutigen Schritt“ den neuen „Business-Casual-Look“.

Keine Strümpfe bei den Frauen, Jeans erlaubt bei den Männern

Ab dem 1. Januar 2020 dürfen die männlichen Mitarbeiter anstatt eines Anzugs auch eine „Sakko-Hose-Kombination“ tragen, sowohl Chino-Stoffhosen als auch dunkle, einfarbige Jeans sind dann erlaubt. Zwar bleibt ein Hemd mit Kragen Pflicht, doch können die Berater nun nicht nur die Krawatte weggelassen, sondern auch ihre Ärmel hochkrempeln.

Auch bei ihren Kolleginnen fällt die Pflicht von Kostüm oder Hosenanzug. Ihnen stehen neben Stoffhosen und Jeans nun auch Kleider und Röcke zur Auswahl, solange sie „in Bewegung oder im Sitzen (...) maximal eine Hand breit oberhalb Ihrer Knie enden“, so die Broschüre. Dazu sind halboffene Schuhe wie Sandaletten oder auch Ballerinas erlaubt. „Auf Strümpfe/Strumpfhosen können die Damen verzichten“, heißt es in der Broschüre.

Eine Schlips-Bastion fällt: Sparkasse Dortmund lockert den Dresscode für Mitarbeiter

Zwei Beispiele für den idealen „Business-Casual-Look“, wie ihn die Sparkasse in ihrer Broschüre präsentiert. © Thomas Thiel

Und sollte es draußen einmal kälter sein, dürfen Männer „Feinpullover oder Pullunder“ über den Hemden und Frauen darüber hinaus „Cardigans oder Strickjacken“ tragen. Ein modisches No-Go bleiben hingegen dicke Norweger-Pullis.

Flip-Flops und Sneaker bleiben verboten

Generell ist auch in der lockeren Kleiderordnung längst nicht alles erlaubt. Ausdrücklich untersagt sind Sparkassen-Mitarbeitern weiterhin:

  • Birkenstocks, Flip-Flops, Turnschuhe
  • Helle, verwaschene, löchrige Jeans oder solche mit starken Kontrasten oder Applikationen
  • Shirts mit Spaghetti-Trägern und kurze Hosen
  • Knallige Farbtöne, auffällige Drucke
  • Starkes Make-Up, auffällige Nägel
  • Kopfbedeckungen jeglicher Art, z.B. Mützen oder Baseball-Caps
  • Sichtbare Piercings und Tattoos, sowie viele Ohrlöcher

„Keine einzige Beschwerde“ über neue Kleiderordnung

Bei der Sparkasse freue man sich auf die bevorstehende Lockerung des Dresscodes, sagt Pressesprecherin Sophie Donat: „In der Belegschaft wurde es positiv aufgenommen.“ Das erhofft sich die Sparkasse auch in der Wirkung auf ihre Kunden.

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„Wir möchten auf Augenhöhe kommunizieren“, steht in der Broschüre, und dazu gehöre eine Kleidung, durch die man sich nicht von den Kunden abgrenze. „Ein formeller Kleidungsstil“ könne „auch als antiquiert empfunden werden“, schreibt der Sparkassen-Vorstand, dessen drei Mitglieder auf dem dazugehörigen Foto natürlich keine Krawatten tragen.

Dass das funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Sparkasse Neuss, die ihren Dresscode vor rund zwei Jahren gelockert hat und die sich die Dortmunder bei der Umstellung zum Vorbild nahmen. „Wir hatten seitdem keine einzige Beschwerde“, sagt der dortige Leiter der Kommunikationsabteilung, Raimund Franzen.

Ganz verschwindet die Krawatte doch nicht

Ganz verschwinden wird das klassische „Sparkassen-Outfit“ aber nicht aus Dortmund: Bei offiziellen Anlässen und Kundenveranstaltungen schreibt auch der neue Dresscode die klassischen Anzüge samt rot-weiß-gestreifter Krawatte bei den Männern und dunkle Business-Kostüme, Hosenanzüge oder Kleider bei den Frauen vor.

Und wer in Zukunft auch in der Filiale gerne eine Krawatte trage, sagt Sparkassen-Sprecherin Donat, könne dies natürlich weiter tun.

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