Eine Überraschungsparty in Pink: So war der Abschied von Schulleiterin Mechthild Gith

rnHeinrich-Böll-Gesamtschule

Die Lehrer der Heinrich-Böll-Gesamtschule feierten am Freitag einen letzten Triumph: Nach neun Jahren gelang es ihnen erstmals, ein Geheimnis vor ihrer Schulleiterin zu bewahren.

Lütgendortmund

, 16.07.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn eine Schulleiterin ihren letzten Arbeitstag hat, muss sie damit rechnen, dass noch irgendetwas Feierliches passiert. Nicht so Mechthild Gith (64). Eine Abschiedsfeier hatte es ja letzte Woche schon gegeben und am Freitag (12.7.) wollten die Schüler doch bestimmt schnell in die Ferien. Außerdem hatte Mechthild Gith überhaupt keine Gerüchte aufgeschnappt oder Anzeichen bemerkt.

Kein Wunder, denn Geheimhaltung stand bei der Planung von Mechthild Giths Verabschiedung ganz oben auf der Liste. Mit Erfolg. „Damit haben wir in neun Jahren zum ersten Mal etwas vor ihr verheimlichen können“, freute sich Tobias Schnitker, nach den Ferien kommissarischer Leiter der Schule.

Zum Abschied gab es eine Feier mit Dresscode

Es war eine Feier ganz in Pink, die Schüler und Lehrer vorbereitet hatten. „Pink ist mein Markenzeichen“, verrät Mechthild Gith. Nachrichten auf pinkem Papier oder pinken Servietten: Jeder an der Schule wusste nach neun Jahren mit der Schulleiterin von diesem Farbfimmel. Und deshalb traten die Feiergäste in unterschiedlichsten Pink-Tönen auf dem Schulhof auf.

Doch die Farbe war nur Beiwerk, im Mittelpunkt der Feier stand ein ganz anderes Thema: der Schandfleck der Heinrich-Böll-Gesamtschule, der sogenannte Brunnen. Einstmals plätscherte ein kleiner Wasserlauf durch ein doch recht dekoratives Betonbett über den Schulhof. Bis der Beton eines Tages kaputt war. Seit mehr als zehn Jahren versucht die Schule, diesen Wasserlauf erneuern zu lassen.

Und weil Mechthild Gith erfolglos geschworen hatte, erst in Ruhestand zu gehen, wenn der neue Brunnen fertig wäre, gab es ein kleines Brunnenfest. In der Mitte sprudelte eine kleine Wasserfontäne und Mechthild Gith und alle ihre Gäste kippten symbolisch Wasser in den noch maroden Beton.

Der Brunnenbau wurde wieder verschoben

Erst kurz vor Schuljahresende hatte die Schule erfahren, dass der Baubeginn für den neuen Brunnen zum mittlerweile vierten Mal verschoben worden war, diesmal auf das Frühjahr 2020. Davor hatte es jahrelange Verhandlungen mit den Ämtern und Sammelaktionen gegeben. „Es war schwer, den Schülern diesen Kampf mit den Behörden zu vermitteln“, berichtet Tobias Schnitker.

Doch falls im Frühjahr nun alles gut wird, und der neue Brunnen steht, plant die Schule eine Brunnenfeier. Als Ehrengast wurde Mechthild Gith bereits am Freitag eingeladen. Das kann aber nur klappen, wenn sie dann in Deutschland ist. Denn die Lehrerin aus Iserlohn hat viele Pläne für das kommende Jahr, ihr Sabbat-Jahr. „Es gibt eine Menge Menschen, die sich seit langem wünschen, dass ich mir mehr Zeit nehme“, berichtet die 64-Jährige. Da ist der Verein Kinderlobby, bei dem sie sich engagiert und da ist ihr Sohn, der ihr seine Wahlheimatstadt vorstellen möchte: Buenos Aires.

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