Eingestürzte Bühne: Im Mengeder Saalbau sind noch einige Bretter zu bohren

rnMengeder Saalbau

Der Mengeder Saalbau ist noch gesperrt. Bauarbeiter haben die eingebrochene Bühne entfernt. Aber es gibt vor allem gute Nachrichten.

Mengede

, 01.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im ganzen Haus liegt Staub. Eine hohe Bretterwand trennt den Saal vom Bühnenbereich ab. Die Stadt misst die Luft. Vor zwei Monaten hatten Ehrenamtliche des Kulturvereins Mengeder Saalbau entdeckt, dass Teile des Bühnenunterbaus eingebrochen waren. Die Stadt sperrte das Veranstaltungszentrum. Mittlerweile ist der gesamte Bühnenraum entkernt. Stadt und Kulturverein blicken nun nach vorn.

„Da kann man nicht meckern“, sagt Franz-Heinrich Veuhoff vom Kulturverein. „Die städtische Immobilienverwaltung und das Denkmalamt haben schnell und gut gearbeitet.“ Stadt und Kulturverein stimmten das Vorgehen eng miteinander ab, damit der Saal zeitnah wieder genutzt werden kann. Die Ferien sind vorbei. Für den September ist der Saalbau für eine ganze Reihe an Veranstaltungen gebucht.

Unter der neuen Bühne wird Platz für die Tische sein

Fest steht: Der bisherige Unterbau aus Backsteinen und Eisenbahnschienen wird durch eine Holzkontruktion ersetzt. Der Saalbau steht unter Denkmalschutz. Durch den Neubau wird in seine Statik eingegriffen. Deswegen „wurden entsprechende Anträge bei der Bauordnung gestellt“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön.

„Mit den Stahlträgern wäre die Nivellierung schwierig geworden“, nimmt Franz-Heinrich Veuhoff an. Der Saalbau wurde 1915/16 erbaut, die Bühne stammt aus den Nachkriegsjahren. Entsprechend aufwändig wäre es, den Aufbau in die Waage zu bekommen.

Eingestürzte Bühne: Im Mengeder Saalbau sind noch einige Bretter zu bohren

Im Juli hofften Heinrich Westermann, Werner Locker und Franz-Heinrich Veuhoff (v.l.) auf eine schnelle Lösung für die Weiternutzung des Saalbaus. Die ist nun gefunden. © Beate Dönnewald

Dem Kulturverein kommt die Entscheidung für die Holzkonstruktion entgegen. „Wir wollen Stauraum unter der Bühne schaffen“, erklärt Veuhoff. Der soll – auf einem Schienensystem – zumindest Platz für die 60 Tische bieten. „Das werden wir selber bauen.“ Die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder sind allesamt über 70 Jahre alt.

Die Fertigstellung ist momentan noch nicht absehbar

Mehrmals in der Woche rücken und rollen sie die Tische und 350 Stühle durch das Gebäude – je nach Bedarf für die jeweilige Veranstaltung. Derzeit lagert ein Teil hinter der Bühne: Die Schlepperei führt über Treppen. Als die Rentner sich Anfang Juli die Lagermöglichkeit unter der Bühne ansehen wollten, entdeckten sie zufällig den teilweisen Einbruch der Aschebeton-Decke.

Bis die neue Holzbühne zur Verfügung steht, wird noch einige Zeit vergehen. Ein Zeitpunkt lasse sich „momentan noch nicht seriös einschätzen“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön. Solange trennt die Holzwand Bühnenraum und Saal. Die Ehrenamtlichen überlegen derweil, wie sie die Optik, etwa durch Stoffbahnen verschönern können.

In den kommenden Tagen steht zunächst noch eine Sonderreinigung an. Danach, so Schön, „steht der Saal damit spätestens zum Ende der ersten Septemberwoche für Veranstaltungen zur Verfügung“.

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